Nabu-Messungen belegen schlechte Luftqualität an der Elbe

Hamburg (epd)

Neue Messdaten des Nabu bestätigen, dass die Belastung durch Stickoxide am nördlichen Elbufer in Hamburg groß ist. Für ein zweijähriges Projekt mit Bürgerbeteiligung (Citizen Science) wurde ein Messnetz aus neun Sensoren auf Privatgrundstücken zwischen Blankenese und der Hafencity installiert. "Wer in Hamburg vor allem nördlich der Elbe lebt, ist angesichts der vorherrschenden Süd-West-Windrichtung einer erhöhten Gesundheitsgefahr durch schlechte Luft ausgesetzt", sagte Malte Siegert, Vorsitzender des Nabu Hamburg. Die Schifffahrt sei weiterhin das "große Sorgenkind" der Luftreinhaltung. Schiffe verdreckten die Luft in Hamburg deutlich stärker als Autos.

Es habe zahlreiche Tage mit durchgängig erheblicher, gesundheitsschädigender Belastung gegeben, so Siegert. Am stärksten war die Belastung am St. Pauli Fischmarkt, wo mit einem Jahresmittelwert von 38 Mikrogramm pro Kubikmeter der Grenzwert von 40 nur knapp unterschritten wurde. Weitere hohe Durchschnittswerte wurden an den Sensoren Olbersweg und Pinnasberg, aber auch in Teufelsbrück und an der Elbchaussee genommen.

Der Nabu fordert eine bessere Aufklärung der Bürger und eine schnellere Umsetzung relevanter Maßnahmen aus dem Luftreinhalteplan der Hansestadt. Außerdem solle die Stadt Emissionsfreiheit als Ziel für kleinere Schiffe vorgeben.

Es gibt jedoch auch gute Nachrichten: Für Schwefeldioxid konnte der Nabu an keinem der neun Standorte besonders hohe Konzentrationen feststellen. "Dies zeigt auch, wie gut verschärfte Regulierungen wirken, denn für diesen Schadstoff gab es in den letzten Jahren für die Schifffahrt drastische Reduktionsvorgaben", sagte Sönke Diesener, Referent für Umweltpolitik beim Nabu.

Der Hamburger Hafen trage durch seine innerstädtische Lage erheblich zur Schadstoffbelastung in der Stadt bei. "40 Prozent der gesamten Stickoxid-Belastung in der Hansestadt werden allein durch die Emissionen der Schifffahrt verursacht", so Diesener. Da es kaum städtische Messstationen im Hafen gibt, hatte der Nabu im April 2019 das Luftmessnetz zur Sammlung unabhängiger Daten zusammen mit Anwohnern aufgebaut. Das Projekt wurde von der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung gefördert.

Das Messnetz solle kein Ersatz für das bestehende städtische Netz aus Mess-Containern sein, sondern dieses ergänzen, so Siegert. Allerdings könne das Projekt nicht weitergeführt werden, da die Kosten für den Nabu zu hoch seien. An dem Thema Luftverschmutzung bleibe der Nabu aber dran.