Küstenschutz: Sandvorspülungen auf Usedom

Insel Usedom (epd)

Auf der Ostseeinsel Usedom haben umfangreiche Sandvorspülungen zum Schutz der Küste begonnen. Bis Mitte Dezember werden insgesamt 510.000 Kubikmeter Sand bewegt, teilte das Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern am 30. November mit. Die Kosten belaufen sich demnach auf rund 3,6 Mio. Euro. Angesichts steigender Meeresspiegel komme dem Küstenschutz wachsende Bedeutung zu, sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) bei einer Ortsbesichtigung.

Bei den Sturmfluten Anfang der Jahre 2017 und 2019 hätten die Küstenschutzbauten ihre Funktion zwar "voll erfüllt", sagte der Minister. Doch vor den Orten Zempin, Koserow und im Bereich der Kölpinsee-Niederung seien erhebliche Sandmengen abgetragen und umgelagert worden. Die Gemeinde Ostseebad Zempin habe darum zusätzlich etwa 50.000 Kubikmeter Sand zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur aufgespült.

Der Sand wird aus einer Lagerstätte des Landes in der Ostsee vor Koserow gewonnen. In dem dazu erforderlichen Planfeststellungsverfahren war neben dem Naturschutz vor allem auch die Kampfmittelbelastung ein drängendes Thema. "Um das Aufspülen von Kampfmitteln an den Strand zu verhindern, wird der gesamte Sand gesiebt", sagte Backhaus. Dadurch gelange potenziell gefährliche Munition gar nicht erst an den Strand.