Hochwasser: Greenpeace-Vorstand fordert Klimaschutz-Sofortmaßnahmen

Hamburg (epd).

Greenpeace-Vorstand Martin Kaiser hat angesichts der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands von der Politik Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz gefordert. Die klimaschädlichsten Braunkohlekraftwerke müssten gedrosselt und früher vom Netz genommen werden, forderte er in einem am Sonntag (18. Juli) veröffentlichten Kommentar zum Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in den vom Hochwasser stark betroffenen Orten Schuld und Adenau in Rheinland-Pfalz. Ab dem Jahr 2025 dürften keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden. Die Tierbestände in der Landwirtschaft müssten bis spätestens 2035 halbiert werden.

Damit die dringend für den Wiederaufbau benötigten Mittel kurzfristig zur Verfügung stehen, müssten der Aus- und Neubau von Autobahnen und Bundesstraßen gestoppt sowie klimaschädliche Subventionen sofort beendet werden, forderte Kaiser. Die Katastrophenhilfe und der klimaangepasste, naturverträgliche Wiederaufbau müssten im Bundeshaushalt massiv gestärkt werden.

Das Wohl der Menschen und der Natur müsse ins Zentrum aller Politik rücken, so Kaiser. Kanzlerin Merkel, der nun 16 Jahre verschleppte Klimapolitik auf die Füße fielen, müsse noch einmal Führung zeigen. Sie müsse, wie nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima, jetzt das Richtige tun und den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas deutlich beschleunigen.