Förderaufruf: Klimaschutz auf Moorböden

Gülzow (epd)

Innovative, praxisnahe Projekte für den Anbau nachwachsender Rohstoffe auf nassen Moorböden können sich bis zum 5. April um eine Bundesförderung bewerben. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat dazu einen Förderaufruf veröffentlicht, teilte die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) in Gülzow (bei Güstrow) mit. Ziel sei es, Bewirtschaftungsmöglichkeiten für Moorböden zu entwickeln, die aus Gründen des Klimaschutzes nass bleiben oder wiedervernässt werden sollen. Projektskizzen nimmt die FNR als Projektträgerin des Bundesministeriums an.

Moorböden sind Deutschlands größte erdgebundene Kohlenstoffspeicher. Bis ins 20. Jahrhundert wurden 95 Prozent dieser Moore zumeist für die Land- und Forstwirtschaft trockengelegt. Dadurch wird jedoch der Kohlenstoff aus dem Torf in Form des Treibhausgases CO2 allmählich freigesetzt. "Das Wirtschaften auf gut einer Million Hektar kohlenstoffreicher, entwässerter Moorböden ist so für rund ein Drittel der gesamten Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft verantwortlich", hieß es. Nur eine Wiedervernässung dieser Flächen könne die CO2-Emissionen verlangsamen oder stoppen.

Allerdings werde die Wiedervernässung von Mooren bei Landwirten kaum auf Akzeptanz stoßen, wenn sie ganz auf die Nutzung dieser Flächen verzichten sollen, hieß es. Eine mögliche Lösung sei die Paludikultur, also die Kultivierung und Verwertung von Pflanzen, die an hohe Wasserstände angepasst sind. Auf Hochmoorböden könnten Torfmoose als Torfersatzstoff oder Sonnentau und Fieberklee für die Phytomedizin angebaut werden, auf Niedermoorböden Schilf, Rohrkolben und Rohrglanzgras für Dämm- und Baustoffe oder die Energiegewinnung.

Denkbar sei, weitere Pflanzen zu nutzen und innovative Produkte herzustellen. Ideen dafür werbe das Bundesministerium mit dem aktuellen Förderaufruf "Moorbodenschutz über die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen aus der Paludikultur" ein. Förderfähig seien Projekte, die die Pflanzen betreffen wie etwa züchterische Aktivitäten zur Ertragssteigerung oder die Entwicklung von Anbauverfahren. Außerdem könnten Arbeiten zur stofflichen oder energetischen Verwertung der Rohstoffe unterstützt werden. Für jedes Projekt müssen die Auswirkungen auf Treibhausgasemissionen, Hydrologie und Biodiversität analysiert und das Marktpotenzial abgeschätzt werden.