Festtagsbraten selten aus tiergerechter Haltung

Hamburg (epd)

Festtagsbraten aus tiergerechter Haltung sind nach Recherchen der Verbraucherzentrale Hamburg selten. Nach einem bundesweiten Marktcheck bei rund 1.700 verpackten Fleischprodukten aus 30 Geschäften stammt mehr als die Hälfte aus der Haltungsform 1 und gut ein Drittel aus der Haltungsform 2. "Das entspricht gerade einmal dem gesetzlichen Mindeststandard oder liegt knapp darüber", kritisierte der Verbraucherschützer Armin Valet in Hamburg. "Von Tierwohl kann hier keine Rede sein." Aus Haltungsform 4 mit den besten Standards stammt rund zehn Prozent des Angebots, in der Regel Biofleisch. Die Haltungsform 3 war nur in wenigen Geschäften zu finden.

Seit April 2019 kennzeichnen acht Handelsunternehmen die Haltungsform ihrer Fleischprodukte mit einem vierstufigen, freiwilligen Label. Seit dem ersten Marktcheck zur Haltungsform 2019 habe sich das Angebot kaum verändert, so die Verbraucherzentrale. Das Angebot variiert je nach Fleischsorte: Schweine- und Rindfleisch wird überwiegend in der Haltungsform 1 angeboten. 88 Prozent des Fleisches aus Haltungsform 2 war Geflügelfleisch und zwölf Prozent Schweinefleisch. Nur ein Drittel der Geschäfte bot überhaupt Fleisch aus der Haltungsform 3 an, darunter war nur ein Rindfleischprodukt.

Darüber hinaus haben die Verbraucherzentralen grundsätzliche Kritik an der vierstufigen Kennzeichnung des Handels. Mehr Platz und Einstreu im Stall seien noch kein Garant für besseres Tierwohl, hieß es. Für verlässliche Aussagen zum Tierwohl müssten unter anderem Lahmen, Bissverletzungen und Organbefunde in der Tierhaltung und am Schlachthof systematisch erhoben werden. Die aktuelle Kennzeichnung der Haltungsform könne deshalb nur eine Übergangslösung sein.