Erfolgreiche Brutzeit auf der Nordsee-Insel Trischen

Trischen (epd).

Die Brutzeit auf der Wattenmeer-Insel Trischen ist nach Einschätzung von Vogelwartin Anne Evers erfolgreich verlaufen. Es habe in diesem Jahr keine großen Veränderungen bei den Beständen gegeben, bilanzierte die Nabu-Naturschutzwartin. „Manche Arten waren etwas geringer vertreten als in den Vorjahren, manche häufiger.“ Einzelne hätten sogar neue Rekordwerte erreicht: Die Brutkolonie der Löffler war mit 179 gezählten Nestern noch nie so groß.

Trischen beherbergt über 4.600 Brutvogelpaare. Von März bis Oktober dokumentiert Evers die Tier- und Pflanzenwelt der Nordsee-Insel vor Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen). Möwenarten machen dabei mit etwa 3.400 Paaren den Großteil aus. Hinzu kommen noch Watvögel wie Rotschenkel und Austernfischer, Singvögel wie Feldlerche und Wiesenpieper, diverse Gänse, Seeschwalben und Kormorane. Während Möwen, Rotschenkel, Feldlerche und Wiesenpieper ihre Jungen fleißig füttern, schlüpfen in diesen Tagen die letzten Seeschwalbenküken.

Auffällig sei in diesem Jahr die deutliche Verlagerung der Brutzeit gewesen, so Evers. „Der sehr kalte April und der ebenfalls kühle und regenreiche Mai haben offenbar dazu geführt, dass viele Vögel erst später mit der Brut begonnen haben.“ Bei den Löfflern sei es besonders auffällig: Waren die Küken im letzten Jahr Anfang Juni schon fast flügge, so lagen in diesem Jahr zur selben Zeit noch Eier in den Nestern.

Die Seeschwalbenkolonien wurden in diesem Jahr gleich zweimal schwer getroffen: Das Sturmtief an Pfingsten hat zur Auflösung einer großen Seeschwalbenkolonie an der Südspitze der Insel geführt. Die anschließend neu gebildeten Kolonien in den Salzwiesen wurden zum Teil von einem Hochwasser Mitte Juni erwischt. Jetzt startet der dritte Versuch. „Nun darf nichts mehr passieren, da die Seeschwalben nach dem Verlust eines Nestes nur bis zu zwei Nachbruten starten können“, sagte Evers und hofft auf mildes Sommerwetter und moderate Wasserstände.