Krisentelefon für psychisch Kranke

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Das Krisentelefon wird von 17 bis 8 Uhr besetzt sein (Symbolbild)
Hamburg (epd)

Um die Versorgung psychisch kranker Menschen zu verbessert, will die Stadt Hamburg in diesem Jahr ein Krisentelefon einrichten. Dort soll diese Zielgruppe in akuten Notsituationen schnelle Hilfe vermitteln, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Außerdem soll es zunächst in Harburg eine verbindliche regionale Kooperation zwischen Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und Therapeuten, sozialpsychiatrischen Diensten und den Behörden geben. Die Maßnahmen sind eine Folge des aktuellen Hamburger Psychiatrie-Berichts.

Obwohl in der Hansestadt eine außergewöhnlich gute psychiatrische und psychotherapeutische Versorgungsdichte herrsche, müssten auch in Hamburg Patienten außerhalb von Kriseninterventionen mehrere Monate auf einen ambulanten Therapieplatz warten, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD).

Das Krisentelefon wird vom sozialpsychiatrischen Dienst des Bezirks Altona organisiert. Es wird täglich von 17 bis 8 Uhr und an Wochenenden durchgehend zu erreichen sein. Es sei weder Telefonseelsorge noch Terminvermittlung, sondern soll von Kranken oder Angehörigen in krisenhaften Notsituationen genutzt werden, hieß es. Bei Bedarf wird an Tageskliniken, Krankenhäuser, Sozialpsychiatrische Dienste sowie psychiatrische Institutsambulanzen oder Einrichtungen der ambulanten Sozialpsychiatrie weitervermittelt.

Der aktuelle Psychiatrie-Bericht der Gesundheits- und der Sozialbehörde dokumentiert psychiatrische und psychotherapeutische Angebote in Hamburg. Demnach gibt es neun Krankenhausabteilungen für Psychiatrie und Psychotherapie mit insgesamt 1.621 Betten sowie 29 psychiatrische Tageskliniken mit 605 Behandlungsplätzen. Außerdem gibt es in der Hansestadt sieben Krankenhäuser mit speziellen Stationen und Tageskliniken für Altenpsychiatrie sowie fünf Kinder- und Jugendpsychiatrische Abteilungen mit 217 Betten und sieben Tageskliniken mit 74 Plätzen. In der ambulanten Versorgung gab es in Hamburg Ende 2017 über 1.200 Ärzte und Psychotherapeuten.