Greifswald zeigt Schau zu Todesopfern rechter Gewalt

Greifswald (epd).

In Greifswald wird ab Donnerstag (14. Oktober) die Ausstellung „Todesopfer rechter Gewalt seit 1990“ gezeigt. Wegen ihres großen Umfangs werde die Schau aufgeteilt und bis zum 26. November sowohl in der „Kleinen Rathausgalerie“ als auch im Kultur- und Initiativenhaus „Straze“ zu sehen sein, teilte die Stadtverwaltung mit.

Den Angaben zufolge sind seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland mindestens 183 Menschen durch rechte Gewalttaten ums Leben gekommen. Dazu gehören zwei Fälle aus Greifswald: Die Obdachlosen Eckard Rütz (damals 42 Jahre alt) und Klaus Dieter Gerecke (damals 47 Jahre alt) wurden im Jahr 2000 ermordet.

Es gebe viele Tote, die niemals Schlagzeilen machten, hieß es. Die Ausstellung „Todesopfer rechter Gewalt seit 1990“ erinnere an diese Menschen und thematisiere zugleich die anhaltende Verdrängung rechter Gewalt. Seit der ersten Veröffentlichung im Jahr 2001 wurde die Präsentation mehrfach überarbeitet. Die Ausstellung wird vom Bündnis „Schon vergessen?“ in Kooperation mit der Partnerschaft für Demokratie Greifswald organisiert.

2020 jährte sich der Mord an Eckard Rütz zum 20. Mal. Der Obdachlose war in der Nacht vom 24. auf den 25. November 2000 von drei Rechtsradikalen im Alter von 16 bis 21 Jahren erschlagen worden. Da coronabedingt weder die Ausstellung noch die Gedenkveranstaltung stattfinden konnten, würden sie in diesem Jahr nachgeholt, hieß es. Die Gedenkfeier für Eckard Rütz ist am 25. November um 18 Uhr auf dem Vorplatz der alten Mensa am Schießwall geplant.