Corona: Migranten-Netzwerk in MV ruft zum Impfen auf

Rostock (epd).

Migranet MV, die Dachorganisation der mehr als 60 Migranten-Selbstorganisationen in Mecklenburg-Vorpommern, hat die im Land lebenden Migranten aufgerufen, sich gegen Corona impfen zu lassen. Auch sollten die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden, teilte Migranet MV in Rostock mit. „Nur solidarisch und zusammen werden wir in der Lage sein, die Probleme, die die jetzige Corona-Pandemie verursacht, zu lösen“, hieß es.

Besorgt äußerte sich Migranet MV wegen zunehmender Gewalt bei Demonstrationen gegen die Maßnahmen der Regierung zur Bekämpfung der Pandemie. Das Demonstrationsrecht sei ein hohes Gut der Demokratie, hieß es. Allerdings würden Rechtsradikale die Situation ausnutzen, um ihre politischen Ziele bei diesen Demonstrationen durchzusetzen. Man könne für oder gegen alles in der demokratischen Gesellschaft demonstrieren, aber zusammen in einer Reihe mit Faschisten und Rechtsradikalen sei das nicht tolerierbar.

Die Morddrohungen gegen Politiker, Ärzte, Wissenschaftler und andere Einzelpersonen „erinnern uns an die Todeslisten“ des Nordkreuz-Netzwerks, hieß es. Migranet MV sei solidarisch mit denen, „die von Morddrohungen betroffen sind und mit denen, die täglich öffentlich auf der Straße und im Netz Opfer von Aggression und Beleidigung sind“.

Es sei Zeit, dass sich die Mehrheit der Gesellschaft in verschiedenen Formen und kreativ gegen diese antidemokratischen Kräfte stelle und Signale für ein friedliches Zusammenleben, für den Zusammenhalt in der Gesellschaft setze. Nur gemeinsam könnten die Folgen und Probleme der Pandemie überwunden werden.