Annemarie-Dose-Preis für Hamburger Projekt

Hamburg (epd)

Im Hamburger Rathaus ist am 29. August erstmals der Annemarie-Dose-Preis des Senats verliehen worden. Den Gruppenpreis mit 5.000 Euro erhielt der Verein "Gefangene helfen Jugendlichen" aus Wandsbek für sein Projekt "Pädagogisches Boxen", wie die Sozialbehörde mitteilte. Die beiden Einzelpreise in Höhe von je 1.500 Euro gingen an Mitra Kassai im Karolinenviertel für ihre Initiative "Oll Inklusiv", die Angebote an Menschen über 60 macht, sowie an Susanne Groth vom Verein "Leben im Abseits". Annemarie Dose ist die Gründerin der Hamburger Tafel. Sie wäre am Donnerstag 91 Jahre alt geworden.

Das Projekt "Pädagogisches Boxen" von Vereinsgründer Volkert Ruhe widmet sich seit 2017 der Prävention von Jugendkriminalität. Junge Menschen zwischen 12 und 21 Jahren, die bereits straffällig geworden sind, können sich hier mit ehemaligen Häftlingen austauschen und Boxen trainieren. Ein ehrenamtliches Team unterstützt dabei einen ausgebildeten Anti-Gewalt-Trainer und sorgt dafür, dass die Jugendlichen langfristig begleitet und engmaschig betreut werden.

Die Kulturmanagerin Mitra Kassai bringt als DJ Rita regelmäßig ältere Menschen zum Tanzen. Unter dem Motto "Gemeinsam statt einsam" organisiert sie die Events "Oll Inklusiv" für Menschen über 60. Dabei veranstaltet sie mit ihnen originelle Ausflüge und außergewöhnliche Workshops.

Der Verein "Leben im Abseits" der freien Journalistin Susanne Groth setzt sich für Obdachlose, Bedürftige und ihre Unterstützer ein. Groth hat ein Netzwerk aus 40 Institutionen rund um den Kiez geknüpft, das Obdachlosen hilft. Sie organisiert Lesungen, Projekttage an Schulen, Dialogabende und eine jährliche Benefizveranstaltung. Der Erlös ihres Bildbands "Leben am Rande der Gesellschaft" ging an das CaFée mit Herz.