Afghanistan: Millionen Menschen von Hunger bedroht

Hamburg (epd).

Der Afghanische Frauenverein ruft angesichts des bevorstehenden Winters zu Spenden für die Binnenflüchtlinge in Afghanistan auf. Rund 22 Millionen Menschen in dem Land seien nach neuesten Erhebungen des Welternährungsprogramms vom Hunger bedroht, darunter 3,5 Millionen Kinder, teilte der Verein in Hamburg mit.

Mehr als eine Million Kinder seien schon jetzt unterernährt. Ihnen drohe der Hungertod. „Jetzt bricht der Winter an. Kinder, die in Zelten leben und gleichzeitig unterernährt sind, haben der Kälte nichts entgegenzusetzen“, sagte Geschäftsführerin Christina Ihle.

Der Verein habe in den vergangenen Wochen rund 44.000 Binnenvertriebene mit Nothilfe-Paketen versorgt. Sie hätten Winterdecken, Heizöfen mit Gas-Kartuschen, Wasserbehälter sowie Grundnahrungsmittel für drei Monate erhalten, sagte Ihle: „Um möglichst viele Familien zu erreichen sind wir dringend auf Spenden angewiesen.“ 190 Euro koste ein Winter-Überlebenspaket für eine Familie.

Trotz der schwierigen Situation im Land seit der Machtübernahme der Taliban arbeiteten die rund 190 lokalen Helferinnen und Helfer uneingeschränkt weiter, betonte die Geschäftsführerin. 14 von 16 Projekten liefen aktuell auf Hochtouren. „Die uns anvertrauten Spenden kommen direkt der notleidenden Bevölkerung zugute.“

Der Afghanische Frauenverein setzt sich nach eigenen Angaben seit 1992 mithilfe von Spenden für den Wiederaufbau und den Frieden in Afghanistan ein. Er unterhält Mädchenschulen und Basisgesundheitsstationen, baut Brunnen, leistet Nothilfe für Binnenvertriebene und fördert Mädchen und Frauen in extremer Not durch Stipendien und Patenschaften. Botschafter des Vereins ist der Musiker Herbert Grönemeyer.