Uni Greifswald und Bode-Museum entwickeln App "Perfect Match!"
Greifswald, Berlin (epd).

Das Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald und das Berliner Bode-Museum haben gemeinsam die App „Perfect Match! Bode-Museum“ entwickelt. Das Format basiert auf dem Prinzip von Dating-Apps und soll spielerisch Berührungsängste bei Museumsbesuchern abbauen, in dem es Kunstobjekten ein Gesicht gibt, wie die Hochschule am Montag mitteilte. Alle Objekte des Museums hätten eine individuelle Herkunft und eine eigene Biografie, hieß es. Die Inhalte der App, die auf den aktuellen kunsthistorischen Ansätzen der Provenienzforschung und der Objektbiografie basieren, wurden von Greifswalder Studierenden der Kunstgeschichte recherchiert. Die App ist ab sofort kostenlos für Android und iOS erhältlich.

Wie bei Dating-Apps könnten sich Nutzerinnen und Nutzer für oder gegen das Kennenlernen eines Kunstobjekts entscheiden, indem sie nach links oder rechts „swipen“. Je nach Vorliebe würden sie digital mit den Objekten zusammengeführt, komme es zum „Match“, öffne sich ein persönlicher Chat, hieß es. Vor dem Original im Ausstellungsraum werde der Chat „emotional, lustig, ernst oder einfach informativ“ vertieft: So berichte eine Statuette des Heiligen Patroklus, wie es ihr gelang, nach der Französischen Revolution der Plünderung Napoleons zu entkommen. Ein Altarretabel aus dem 15. Jahrhundert erzähle von der Nachkriegszeit, als Teile des Kunstwerks in die Sowjetunion verbracht und erst 1958 in die DDR rückgeführt wurden, hieß es.

„Perfect Match! Bode-Museum“ basiert auf einer Anwendung, die im Rahmen des Verbundprojekts „museum4punkt0 - Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“ im Auftrag der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss entwickelt wurde.