Privater Rettungsschirm der Festspiele MV erfolgreich

Schwerin (epd)

Der private Rettungsschirm der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern hat zum Jahreswechsel das gesteckte Spendenziel von einer Million Euro erreicht. Allein durch den Verzicht auf eine Rückerstattung von Kartenkäufen seien über 370.000 Euro gespendet worden, teilte das Klassikfestival in Schwerin mit. Dank des erreichten Spendenziels für den privaten Rettungsschirm könne das Team um Intendantin Ursula Haselböck einen positiven Schlusspunkt hinter das von Absagen geprägte Ausnahmejahr setzen, hieß es.

Zudem hatte das Land MV im Dezember mitgeteilt, dass es für das Jahr 2021 eine Corona-Hilfe von bis zu 1,5 Millionen Euro im MV-Schutzfonds für die Festspiele reserviert hat. Ein etwaiges weiteres finanzielles Defizit könne so ausgeglichen werden.

Intendantin Ursula Haselböck bedankte sich im Namen des gesamten Festspielteams "für die immense Unterstützung, die uns durch das Jahr 2020 getragen hat". Dank des anhaltenden Zuspruchs und der überwältigenden Spendenbereitschaft für den privaten Rettungsschirm aus Spenden und Sponsorengeldern sowie der üblichen öffentlichen Förderung "ist es uns aus eigener Kraft geglückt, dieses Krisenjahr zu überstehen. Dass wir mit der finanziellen Rückendeckung des Landes in das für die Kultur nach wie vor ungewisse neue Jahr gehen können, ist eine große Beruhigung."

Das Jahr 2020 war auch für die Festspiele MV corona-bedingt von vielen Absagen geprägt. Während die beiden Neujahrskonzerte auf Schloss Ulrichshusen noch rund 870 Besucherinnen und Besucher begeisterten, musste im März der Festspielfrühling Rügen abgesagt werden. Im Mai folgte eine teilweise Absage des Festspielsommers bis Ende August. Mit den Reihen "30 - mal anders" und "Septemberkonzerte - neu aufgelegt" konnten während der Sommermonate 64 neue, pandemiegerecht konzipierte Veranstaltungen präsentiert werden. Zudem gab es im Rahmen des #netzspielsommers am 13. und 14. Juni einen Onlinestream mit digitalen Konzerten, Porträts und Videogrüßen.

Die 66 tatsächlich durchgeführten Konzerte im Jahr 2020 hatten aufgrund der pandemiebedingten Kapazitätsbeschränkungen insgesamt rund 6.500 Gäste. Im Jahr 2019 waren es noch etwa 94.000 Konzertgänger und -gängerinnen gewesen.