Michel-Kantor Manuel Gera zieht nach Brandenburg

Hamburg, Jüterbog (epd)

Kirchenmusikdirektor Manuel Gera verlässt nach knapp 20 Jahren die Hamburger Hauptkirche St. Michaelis und zieht in diesen Tagen nach Jüterbog südlich von Berlin. Die neue Stelle sei ihm "vor die Füße gefallen", sagte Gera der "Evangelischen Zeitung" (Ausgabe: 25. April). Mit seiner Frau Anne-Katrin habe er einen Vortrag auf einer Orgel-Tagung in Jüterbog gehalten. "Am Ende hieß es, dort sei die Stelle des Kreiskantoren frei." Beide hätten sich dann Stadt und Region angeschaut und sich beworben. Im November 2020 sei er gewählt worden, im Januar erhielt auch seine Frau eine Stelle dort. Er beginnt sein neues Amt am 1. Mai.

Mit dem Wechsel nach Jüterbog habe er sich einen "alten Traum" erfüllt, mit ein bisschen mehr Ruhe auf dem Land zu wohnen, sagte Gera. "Wichtig ist uns auch die Musikvermittlung. Das Unterrichten macht uns Spaß." Es sei eine Art "großväterliches Gefühl", die Erfahrung aus 40 Jahren Kirchenmusik weitergeben zu können.

Seine Begeisterung für St. Michaelis ist aber ungebrochen. Gera: "Das Herz klopft vor Begeisterung, wenn man in diese Kirche geht." Der Michel fordere nicht nur Höchstleistung, sondern ermögliche auch eine innere Beteiligung. "Die Kirche ist hell und warm, es ist fast ein himmlischer Eindruck, den man hat." Die Vielzahl der 1.100 Pfeifen mache die Orgel zu einem großen symphonischen Orchester. "Ich bin kein besonders sentimentaler Mensch, aber wenn ich ein neues Stück einregistriere, dann kullert manchmal schon ein Tränchen."

Der Chor, die Kantorei und die Singschule wird künftig von Michel-Kantor Jörn Endebrock geleitet. Um Geras Nachfolge bewerben sich Mari Fukumoto aus Weimar und Magne Draagen aus Trondheim. Fukumoto wird am Himmelfahrtstag (13. Mai) und Draagen am 16. Mai, jeweils um 10 Uhr, im Michel-Gottesdienst zu hören sein. Gera wurde bereits am Ostermontag im kleinen Kreis verabschiedet. Zu einem späteren Zeitpunkt soll eine größere Abschiedsfeier folgen.