Installation soll an Friedliche Revolution in MV erinnern

Waren/Müritz (epd)

Eine begehbare Installation aus Stelen und Tafeln soll in Waren (Müritz) an die Friedliche Revolution von 1989 in Mecklenburg-Vorpommern erinnern. Die Jury habe sich für den Entwurf "Perspektiven zur Freiheit" der Stuttgarter Künstler Dagmar Korintenberg und Wolf Kipper entschieden, teilte das Schweriner Kulturministerium mit. Öffentlich präsentiert wird der Siegerentwurf in Waren am 16. Oktober. Das Denkmal soll später vor der St. Georgenkirche stehen.

Der Siegerentwurf lade in besonderer Weise zur Auseinandersetzung und zur Diskussion ein, sagte Kulturministerin Bettina Martin (SPD). Das aktive Gedenken an den Aufbruch in Freiheit und Demokratie 1989 rege auch dazu an, über das demokratische Miteinander der Gegenwart ins Gespräch zu kommen.

Die Installation wecke Neugier, biete Informationen und lade mit Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein, sagte Jurychef Florian Mausbach, Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung. Die Stelen und Tafeln erinnerten in ihrer großen Zahl an eine friedliche Demonstration mit Transparenten. "Im Blick nach oben zum freien Himmel erscheinen die Parolen der Friedlichen Revolution in ausgestanzter Schrift auf rechteckigen Tafeln." Das Denkmal locke mit seiner Offenheit und Leichtigkeit zu Austausch und Begegnung.

Fünf Preisrichter hatten über die zehn eingereichten Wettbewerbsarbeiten entschieden, die im Rahmen einer Plakataktion landesweit öffentlich präsentiert wurden. Auch bei den Rückmeldungen der Bürger, die zur Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge vorab gesammelt worden waren, hatte dieser Entwurf einen der vorderen Plätze belegt. Der Entwurf "Geöffneter Schlagbaum" von Sven Armin Domann lag auf Platz 2 und der Entwurf "Tore" von Barbara Wetzel auf Platz 3.

Den Auftrag zur Erarbeitung des Konzepts hatte der Landtag im Mai 2017 der Landesregierung erteilt. Diese sollte dabei mit der Landeszentrale für politische Bildung und der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen zusammenarbeiten. An die Friedliche Revolution in der DDR erinnern derzeit in Deutschland rund 50 Denkmäler. Ergänzend dazu soll es in MV weitere dezentrale Erinnerungsorte geben, weil es im Nordosten keinen zentralen Ort der Friedlichen Revolution gegeben hat.