Hamburger Ausstellung über KZ-Überlebende

Hamburg (epd)

Die Hamburger KZ-Gedenkstätte Neuengamme eröffnet am Dienstag (27. April, 17 Uhr) ihre neue Ausstellung "Überlebt! Und nun?". Sie dokumentiert die Erfahrungen und Lebensumstände der Überlebenden der NS-Verfolgung in Hamburg. Gefragt wird, wie es den KZ-Insassen in den Wochen und Monaten nach ihrer Befreiung im Jahr 1945 erging. Die Ausstellung wird digital eröffnet und kann nach Öffnung der Museen bis zum 22. August besucht werden. Sie wurde Anfang 2020 bereits im Hamburger Rathaus gezeigt.

Tausende Häftlinge des KZ Neuengamme waren kurz vor der Ankunft der britischen Truppen aus der Stadt gebracht worden. Viele, die in Hamburg waren, hatten den nationalsozialistischen Terror nur knapp überlebt. Sie waren ausgezehrt, schwer krank und besaßen nur noch, was sie auf dem Leib trugen. Ungeklärt war für viele die materielle Unterstützung, die Möglichkeit der Heimreise oder das Überleben der Angehörigen. "Nicht für alle bedeutete die Befreiung auch ein Ende der Not", sagte Detlef Garbe, Vorstand der Stiftung Hamburger Gedenkorte. Die Rückkehr in ein "normales" Leben war für viele Überlebende ein schwieriger Prozess.

Digital eröffnet wird die Ausstellung mit einem Vortrag der Sozialwissenschaftlerin Christa Paul über die Situation der als "asozial" verfolgten KZ-Häftlinge nach ihrer Befreiung. Alyn Beßmann und Lennart Onken werden die Ausstellung vorstellen. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung unter www.kz-gedenkstaette-neuengamme.de/veranstaltungskalender nötig.