Greifswald erinnert an Musikerin Luise Greger

Greifswald (epd)

In mehreren Veranstaltungen soll in diesem Jahr an die vor 160 Jahren in Greifswald geborene Komponistin, Pianistin und Sängerin Luise Greger (1861-1944) erinnert werden. Luise Greger sei eine bedeutende Musikerin gewesen, deren Werk seit einigen Jahren wieder zunehmende Beachtung finde - sowohl in Deutschland, als auch in den USA, teilte die Stadtverwaltung mit. Sie wurde am 27. Dezember 1861 in der vorpommerschen Hansestadt geboren und verbrachte dort auch ihre ersten 26 Lebensjahre.

Mit der Musiktheater-Uraufführung "Luise Greger, eine pommersche Gans" widme sich das Opernale-Festival Leben und Werk dieser Musikerin, hieß es. "Vom 20. August bis 19. September gehen wir auf Tour und setzen mit dem neuen Musiktheaterwerk unsere Reihe der Wiederentdeckung bemerkenswerter pommerscher Frauen fort", erklärte Henriette Sehmsdorf, Künstlerische Leiterin der Opernale. Ab sofort könne die Luise-Greger-Aktie zum Nennwert von 70 Euro erworben werden, um die Opernale zu unterstützen. Die Aktie gilt gleichzeitig als Eintrittskarte für den Besuch einer Opernale-Vorstellung in diesem Jahr.

Ende 2021 will die Kommune Luise Greger eine Ausstellung in der Kleinen Rathausgalerie widmen. Sie solle dort gemeinsam mit einer weiteren bemerkenswerten Greifswalderin vorgestellt werden - Frida Stundl-Pietschmann, Weberin der Freester Fischerteppiche, hieß es. Neben Fotos sollen auch Noten von Luise Greger gezeigt werden.

In der 2019 erschienenen Broschüre "Greifswalderinnen - Ein Stadtrundgang" werden auch Leben und Werk von Luise Greger gewürdigt. Ihren Spuren können Interessierte zudem bei einem digitalen Stadtrundgang folgen. Informationen zu den Frauen und den jeweiligen Standorten werden mit Gedichten, Musik und Rätseln verknüpft.

Luise Greger wurde 1861 als Tochter des Brauereibesitzers und Senators August Sumpf geboren. Bereits früh erhielt sie eine musikalische Ausbildung in Klavierspiel und Komposition. Danach ging sie nach Berlin und nahm Gesangsunterricht. Sie heiratete den Arzt Ludwig Greger und bekam drei Söhne. Die Familie Greger zog 1894 nach Kassel (Hessen), 1910 wurde die Ehe geschieden. Bis in die 1930er Jahre war sie als Komponistin und Interpretin ihrer zahlreichen Liedkompositionen tätig.

Neben Liedern komponierte sie auch das Märchenspiel "Die Gänseliesel" und vertonte einige Gedichte der Greifswalder Dichterin Alwine Wuthenow (1820-1908). Bis in die 1940er Jahre lebte Luise Greger allein im Hotel Schombardt. Nach einigen Jahren im Altenheim wurde sie im Januar 1944 in die Landesheilanstalt Kloster Merxhausen gebracht. Dort starb sie nach nur drei Wochen in Folge gezielter Unterernährung als Opfer der sogenannten "stillen Euthanasie".