Rettungsschiff "Sea-Watch 4" weiter am Auslaufen gehindert

Bremen, Kiel (epd)

Die "Sea-Watch 4" wird weiterhin an einem Einsatz auf dem Mittelmeer gehindert. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, hat diese Blockade erneut scharf kritisiert: Der Einsatz der "Sea-Watch 4" sei dringend nötig, sagte Bedford-Strohm bei einer Online-Diskussion der Bremischen Kirche. Das ehemalige Kieler Forschungsschiff, das seit August vergangenen Jahres im Einsatz ist, wurde im September nach einer Hafenstaatkontrolle in Palermo festgesetzt. Grund hierfür waren nach Angaben der italienischen Behörden Sicherheitsmängel.

Der "Sea-Watch" werde auch vorgeworfen, zu viele Rettungswesten an Bord zu haben. Bedford-Strohm: "Natürlich müssen solche Rettungswesten an Bord sein, weil sie möglicherweise für zu rettende Flüchtlinge gebraucht werden." Sea-Watch gehe auch juristisch gegen die Blockade vor. "Die Entscheidung wurde jetzt vom Verwaltungsgericht in Palermo an den Europäischen Gerichtshof verwiesen. Ob die Festsetzung des Schiffes ausgesetzt werden soll, entscheidet sich am 26. Januar."

In den ersten Tagen des neuen Jahres seien bereits mindestens 15 Menschen im Mittelmeer ertrunken, so der Ratsvorsitzende. Auch im November und Dezember und über die Weihnachtstage sei es laufend zu Überfahrten Geflüchteter, Unglücken und Toten gekommen: "Währenddessen werden neben der Sea-Watch 4 auch andere Rettungsschiffe weiter am Einsatz gehindert."