Ökumenisches Gedenken nach Amoklauf in Hamburg
Hamburg (epd).

Nach dem Amoklauf in Hamburg laden die evangelische Nordkirche, das katholische Erzbistum Hamburg und die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg zu einem ökumenischen Gedenken ein. Der Gottesdienst findet am Sonntag (19. März) um 17 Uhr in der Hamburger Hauptkirche St. Petri statt, wie Nordkirche und Erzbistum am Mittwoch gemeinsam mitteilten. Die evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs und der katholische Erzbischof Stefan Heße wollen für die Opfer, Verletzten, deren Angehörige sowie für Helfer, Retter, Polizisten und Feuerwehrleute beten. Die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas sei zu dem Gottesdienst eingeladen worden, hieß es.

Am Donnerstagabend hatte nach Angaben der Hamburger Polizei ein Mann in einem Gebetshaus der Zeugen Jehovas im Stadtteil Groß Borstel auf Mitglieder der Glaubensgemeinschaft geschossen. Dabei seien acht Menschen gestorben, darunter auch der mutmaßliche Täter Philipp F. (35). Insgesamt neun Personen seien körperlich verletzt worden, sieben von ihnen hätten Schusswunden erlitten, eine der Personen schwebe aktuell noch in Lebensgefahr, hieß es am Dienstag.

„Die Stadt trauert. Deshalb braucht es jetzt Raum, um unserer Klage und unserem Mitgefühl Ausdruck zu geben und eine Sprache dafür zu finden - mit Worten und Gesten. Zum Trauern. Zum Beten. Zur Entlastung. Und ganz besonders auch zum Trost“, erklärte Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, die Einladung zum ökumenischen Gedenken.

Erzbischof Heße teilte mit: „Ich trauere mit der Gemeinde der Zeugen Jehovas um die getöteten Menschen, auch wenn ich nicht ihren Glauben teile.“ Die menschenverachtende Gewalttat habe ganz Hamburg tief erschüttert und viele Menschen fassungslos und traurig gemacht. „In dieser Situation ist es gut, zusammenzustehen, die Sorgen auszusprechen und vor allen Dingen gemeinsam und konfessionsübergreifend für den Frieden und ein friedliches Miteinander zu beten“, sagte Heße.

Das Gedenken „soll und kann keine Trauerfeier der Zeugen Jehovas ersetzen“, teilten Nordkirche und Erzbistum mit. Die christlichen Kirchen würden aber die Tradition der Fürbitte für andere kennen.