Neue Ideen für Heiligabend

Hamburger Kirchengemeinden planen jetzt schon für Weihnachten
Hamburg (epd)

Die meisten Hamburger Kirchengemeinden planen jetzt schon den Heiligabend. Wegen der Corona-Pandemie gelten in diesem Jahr besondere Bedingungen. In der Gemeinde Meiendorf-Oldenfelde etwa will Pastor Ulf Werner sich im Talar auf sein Lastenfahrrad schwingen und mit der Aktion "Klingel Bells" Weihnachten zu den Menschen bringen. Begleitet wird er von Mitgliedern des Gemeindechors, verkleidet als Rentiere.

Auf Gottesdienste wollen die Gemeinden Heiligabend trotz Corona nicht verzichten. Viele setzen auf Feiern im Freien oder zusätzliche Veranstaltungen, um möglichst viele Besucher zu erreichen. So hat der Michel für den 24. Dezember acht kurze Feiern geplant - abwechselnd in der Kirche und auf dem Kirchplatz. Kostenlose Tickets gibt auf www.st-michaelis.de. Auch die Kirche in Nienstedten plant sieben Gottesdienste an Heiligabend.

Es sei eine Herausforderung, den Spagat zwischen den Corona-Vorgaben und der Sehnsucht nach einem feierlichen Weihnachten in Gemeinschaft zu meistern, sagte Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs. "Deshalb brauchen die Menschen jenseits von Punsch und Geschenken gerade jetzt Licht und Zuversicht."

Pastorin Claudia Aue, Referentin im Gottesdienst-Institut der Nordkirche, rät den Gemeinden, frühzeitig mit der Planung zu beginnen. Wenn man etwa den Platz vor der Kirche für Gottesdienste unter freiem Himmel nutzen wolle, müsse man das rechtzeitig bei den Behörden anmelden. Auch an fehlender Veranstaltungstechnik könnten die besten Ideen am Ende scheitern. Wer sich nicht rechtzeitig um Beleuchtung oder Lautsprecher bemühe, könnte am Ende leer ausgehen. Nach ersten Workshops ist die Pastorin allerdings ziemlich begeistert. "Die Gemeinden sind wahnsinnig kreativ."

In Hamburg-Hoheluft plant die Gemeinde St. Markus ein Krippenspiel quer durch den Stadtteil. Auf zehn Balkonen stehen Konfirmanden, die dem Publikum auf dem Bürgersteig kurze Teile des Krippenspiels präsentieren sollen. An der zehnten Station gibt es für kleine und große Besucher ein Geschenk. Angeführt werden die Besuchergruppen von einem Engel, der mit einem Stern den richtigen Weg zum nächsten Balkon weist.

In Billstedt plant Pastorin Kirstin Faupel-Drevs einen "Wandelgottesdienst". Im Viertelstunden-Takt ziehen kleine Gruppen durch die Kirche und über den Kirchhof. In der Kirche sind Lieder und die Weihnachtsgeschichte zu hören. Auf dem Kirchhof versammeln sich dann alle vor der Krippe bei Bläsermusik. Die Predigt soll kurz sein, dazu das Vaterunser, den Segen und "O du fröhliche...".

Pastor Ulf Werner will in Meiendorf-Oldenfelde auf seinen Stationen etwa zehn Minuten lang Passanten aus der Weihnachtsgeschichte vorlesen. Für die Untermalung hat er in einem Tonstudio einen "weihnachtlichen Klangteppich" produzieren lassen. Zum Abschluss der Aktion sollen die Rentiere "O du fröhliche" singen, und Pastor Werner möchte die Passanten segnen. Wo genau die Auftritte stattfinden, ist noch offen. Denkbar sind Innenhöfe von Seniorenheimen, Bushaltestellen oder Parkplätze vor Supermärkten, denn am 24. Dezember sind die Geschäfte ja noch geöffnet.

Von Timo Teggatz (epd)