Kinderbischöfe beim Bürgermeister

Hamburg (epd)

Die drei Hamburger Kinderbischöfe sind am 30. Januar von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) in seinem Amtszimmer empfangen worden. Über das Gespräch wurde Vertraulichkeit vereinbart, hieß es vom Rathaus-Protokoll. Doch thematisch ging es auch um die Aufnahme von Kinderrechten in die Verfassung. Anlass dafür ist das 30-jährige Bestehen der UN-Kinderrechtskonvention.

Zur Begrüßung bescheinigte Tschentscher den Kinderbischöfen, dass sie für ihn "wichtige Persönlichkeiten" seien. Immerhin seien sie "Sprecher und Sprecherinnen für viele junge Menschen mitsamt ihrer Anliegen". Das habe er bereits eindrucksvoll bei ihrem Auftritt beim Adventsempfang der Nordkirche am 11. Dezember in der Hauptkirche St. Katharinen erlebt. Die Kinderbischöfe betonten, wie wichtig es ihnen sei, dass Kinder ihre Gedanken und Fragen frei äußern dürften. "Wir möchten, dass der Bürgermeister das weiß", sagten sie.

Die diesjährigen Kinderbischöfe Rike Sonnenberg (10), Connor Slupkowski (11) und Kira Hoffmann (10) gehen in die Wichern-Schule in Horn und wurden am 5. Dezember 2019 in der Hauptkirche St. Nikolai in ihr Amt eingeführt. Sie wollen Sprachrohr für Kinder in Hamburg sein und setzen sich mit ihren Mitschülern für bessere Lebensbedingungen und die Rechte von Kindern ein. Unter dem Titel "Frei.Glauben.Denken." ging es in diesem Jahr vor allem um Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit.

Die Tradition der Hamburger Kinderbischöfe geht auf einen mittelalterlichen Brauch zurück, der in ganz Europa verbreitet war. Die ersten Kinderbischöfe gab es im 4. Jahrhundert bereits in Alexandria in Ägypten. In Hamburg wurde der Brauch vor 25 Jahren wieder belebt.