Erste Digital-Synode: Präses Hillmann sieht auch Erleichterungen

Kiel, Schwerin (epd)

Erstmals findet die Landessynode der evangelischen Nordkirche corona-bedingt digital statt. Synodenpräses Ulrike Hillmann sieht für die Zukunft gute Chancen, die Belastung der Synodalen durch digitale Tagungen zu verringern. Es könnten mehr Menschen für die kirchliche Gremienarbeit motiviert werden, wenn sie die Sitzungen auch von zu Hause aus verfolgen können, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dies gelte vor allem für jüngere Synodale. Zudem sei es kostengünstiger und klimaschonender. Digitale Synoden sollte es allerdings nur für einzelne Tage oder Abende geben. Als Regelfall wünsche sie sich "reale Synoden".

Die ursprünglich geplante Haushaltsdebatte für 2021 sei verschoben worden, weil die Nordkirche die neue Steuerschätzung abwarten wolle, sagte Hillmann. Die digitale Synode solle auch zeigen, ob eine solche grundsätzliche Diskussion in aller Breite im digitalen Raum geführt werden könne.

Anders als in weltlichen Parlamenten steht bei einer Synode der gemeinsame Weg stärker im Vordergrund. Auch um diese Gemeinschaft zu fördern, werde die Landessynode neben dem Gottesdienst zwei digitale Andachten feiern, sagte die Präses. Es fehlten zwar diesmal die informellen Gespräche am Rande der Tagung. Viele Gremien hätten sich im Vorwege der Synode jedoch in Videokonferenzen und Chatrooms getroffen, um sich auszutauschen.

Die Landessynode müsse stattfinden, so Hillmann, weil Wahlen in überregionale Kirchengremien anstehen. Eine reale Tagung in Lübeck-Travemünde wie sonst wäre auch deshalb nicht möglich gewesen, weil das Hotel Maritim als Tagungshaus nicht zur Verfügung steht.

epd-Gespräch: Thomas Morell