Brandenburg gibt Kirchenpatronate in der Nordkirche auf

Fürstenberg an der Havel (epd)

Brandenburg gibt frühere Patronate für Kirchengebäude im Bereich der evangelischen Nordkirche auf und zahlt dafür zum Ausgleich rund 2,8 Millionen Euro. Der Vertrag wurde am Mittwoch (10. März) in Fürstenberg an der Havel von Kulturministerin Manja Schüle (SPD) und Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt unterzeichnet, teilte das Kulturministerium mit. Damit ziehe sich das Land aus der Verpflichtung zur Finanzierung der Baulasten der letzten sechs Kirchenpatronate in Brandenburg zurück.

Betroffen sind frühere Patronate in der Uckermark und im Landkreis Oberhavel. Die Ausgleichszahlungen sollen bis 2025 an die Nordkirche fließen.

Mit der neuen Vereinbarung werde das Preußische Allgemeine Landrecht von 1794 endgültig ad acta gelegt, betonte Schüle: "Ich freue mich, dass die Nordkirche künftig die Verantwortung für diese Kirchengebäude übernimmt." Die finanziellen Mittel der Ablösesumme würden zur Sanierung und Erhaltung von Kirchengebäuden der Nordkirche im Gebiet des Landes Brandenburg eingesetzt, betonte Kühnbaum-Schmidt.

Kirchenpatrone konnten in vergangenen Jahrhunderten unter anderem der Staat, eine Kommune oder Gutsherren werden. Ein Kirchenpatron hatte neben verschiedenen Rechten auch Pflichten, darunter vor allem die sogenannte Kirchenbaulast, mit der der Kirchenpatron zur Erhaltung und Instandhaltung von Kirchengebäuden verpflichtet wurde.

Brandenburg hatte 2014 bereits einen Vertrag mit der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zur Ablösung historischer Patronate für 99 Kirchengebäude geschlossen. Die Landeskirche soll dafür bis 2024 rund 22,3 Millionen Euro bekommen.