Bischof Magaard: "Schrumpfen ist schwer"

Kiel (epd)

Für die evangelische Nordkirche ist es nach den Worten des Schleswiger Bischofs Gothart Magaard eine große Herausforderung, angesichts schrumpfender Mitgliederzahlen nicht depressiv zu werden. "Schrumpfen ist schwer", sagte Magaard beim "Leser-Dialog" der "Evangelischen Zeitung" am 9. August in Kiel. Sie müsse die Zeit jetzt nutzen, um gute Konzepte für die Zukunft zu entwickeln. Er wolle die Gemeinden ermutigen, neue Veranstaltungsformate auszuprobieren, um auch mehr junge Menschen miteinzubeziehen.

Die Kirche werde auch in Zukunft eine große Bedeutung haben, betonte Magaard. Es sei aber offen, in welcher Gestalt. Die Gemeinden würden auch künftig Orte für persönliche Begegnungen sein. "Solche Orte werden immer seltener." Die Zahl der Pastoren werde weiter abnehmen. Aufgabe sei es daher, sie von Verwaltungsaufgaben zu entlasten, damit sie mehr Zeit für Gottesdienste und Seelsorge haben.

Auch künftig werde der Gottesdienst zum "Pulsschlag" einer Gemeinde gehören, so der Bischof. Immer wichtiger seien Gottesdienste zu besonderen Anlässen - wie zur Einschulung, bei Katastrophen oder zum Ende einer Ausbildung. Man dürfe "nicht immer nur auf den Sonntagvormittag schauen". Die Menschen seien heute so mobil, dass sie auch Gottesdienste außerhalb der eigenen Gemeinde besuchten. Auch zum Kino oder zu Konzerten würden sie heute sehr weit fahren.