25 Jahre Tafeln: Michel sucht Liebeserklärungen

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Hauptkirche St. Michaelis in Hamburg
Hamburg (epd)

Vier neue Michel-Tafeln mit 186 Gravuren von Spendern sind am 9. Mai vor der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis (Michel) enthüllt worden. Anlass war der 25. Jahrestag der Spendenaktion, die am Reformationstag 1994 gestartet worden war. Seitdem wurden 199 Tafeln mit über 16.000 eingravierten Namen und Danksagungen sowie einem Spendenvolumen von mehr als 1,5 Millionen Euro verlegt, sagte Hauptpastor Alexander Röder bei der Feierstunde auf dem Kirchplatz.

Die 200. Tafel wurde dem Michel zum Jubiläum von der Hamburger Sparkasse (Haspa) "blanko" geschenkt. Für sie werden jetzt Liebeserklärungen an den Michel gesucht. Alle Hamburger und auswärtigen Michel-Freunde können bis zum 15. Juni Texte einsenden. Die zehn besten sollen von einer Jury ausgewählt und auf der 200. Tafel eingraviert werden, die voraussichtlich im Oktober 2019 verlegt wird. Die Liebeserklärungen sollen 100 Zeichen lang sein (inkl. Leerstellen) und den Satz vervollständigen: "Mein Herz gehört dem Michel, weil ...".

Die 199. Michel-Tafel war die "Helmut-Schmidt-Danke-Tafel". Freunde des Altkanzlers hatten sie anlässlich seines 100. Geburtstages im vergangenen Jahr gestiftet.

Die Michel-Tafeln sind eine der ältesten Spendenaktionen der Stadt. Sie wurden 1994 zur Unterstützung der Turmsanierung der Hauptkirche ins Leben gerufen. Anfangs waren es zumeist Namen, die gegen eine Spende von damals 100 D-Mark pro Zeile graviert wurden. Mit der Zeit habe sich der Charakter der Gravuren verändert, sagte Röder. "Die meisten Menschen nutzen die Tafeln, um zu verewigen, was sie bewegt und was sie am Michel gut aufgehoben wissen." Das seien oft "Schlüsselmomente des Lebens" - Erinnerungen an geliebte Menschen, an den Michel oder an die Stadt Hamburg.