Umweltverband warnt vor Wohnungsnot unter fliegenden Untermietern
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Umweltverband warnt vor Wohnungsnot unter fliegenden Untermietern
Bremen (epd).

Bei Modernisierungen und energetischen Sanierungen von Häusern werden nach Informationen von Umweltschützern oftmals unbeabsichtigt Wohnnischen und Niststätten von Fledermäusen, Mauerseglern, Spatzen und anderen Gebäudebrütern verschlossen. Die Tiere seien Kulturfolger und hätten seit Jahrhunderten geeignete Ersatzquartiere an Gebäudefassaden und in Gebäuden gefunden, erläuterte am Donnerstag Siecke Martin vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Bremen.

Vögel und Fledermäuse verlören häufig diese Niststätten oder geeignete Spaltenquartiere an den sanierten Gebäuden, ohne dass ein Ersatz geschaffen werde, führte die Expertin aus. Doch es ließe sich Abhilfe schaffen. So könnten Eigentümerinnen und Eigentümer möglichst hoch Kästen aufhängen, am besten direkt unter der Traufe. Sie sollten entweder im Schatten liegen oder auf einer nicht sonnenexponierten Gebäudeseite montiert werden, damit es nicht zu heiß im Kasten werde. Generell gelte bei Vögeln wie bei Fledermäusen der Grundsatz „viel hilft viel“.

Mit einem Projekt zum Gebäudebrüterschutz berät der Umweltverband im Land Bremen vor allem Wohnungsbaugesellschaften bei notwendigen, energetischen Gebäudesanierungen und auch beim Abriss von Gebäuden. Ziel sei es immer, bestehende Quartiere zu erhalten oder einen Ersatz dafür zu schaffen, was auch gesetzlich vorgeschrieben sei. Außerdem bittet der BUND Bürgerinnen und Bürger, Niststätten zu melden. Ohne Kenntnisse über Vorkommen könnten die selten gewordenen Tiere nicht effektiv geschützt werden.