Umweltstiftung fördert Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie

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Umweltstiftung fördert Kreislaufwirtschaft in der Textilindustrie
Osnabrück (epd).

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt will die klima- und ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft voranbringen und nimmt dabei die Textilindustrie in die Pflicht. Sie verursache derzeit weltweit mehr Ausstoß an gefährlichen Treibhausgasen als alle internationalen Flüge und der maritime Schiffsverkehr zusammen, sagte Generalsekretär Alexander Bonde am Donnerstag in Osnabrück. Deshalb komme ihr eine Schlüsselrolle bei der Umstrukturierung der Wirtschaft zu: „Unser Ziel sollte sein, Produkte so lange wie möglich zu verwenden, zu reparieren, zu recyceln und auch zu teilen.“

Von den jährlich weltweit rund hundert Milliarden hergestellten Kleidungsstücken werden den Angaben zufolge lediglich zwölf Prozent in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt. Der Trend zur schnellen Mode („Fast Fashion“), die immer billiger und immer schneller produziert werde, verleite Verbraucher dazu, Kleidungsstücke bereits nach ein- oder zweimaligem Gebrauch zu entsorgen.

Die Stiftung forderte mittelständische Firmen und Forschungseinrichtungen auf, innovative technische und wirtschaftlich realisierbare Ideen zu liefern für eine kreislauffähige Textilwirtschaft. Sie werde die besten Vorschläge im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Textile Kreisläufe“ finanziell unterstützen, sagte Bonde. Besonders praxisnahe Vorschläge hätten gute Chancen. Es könne etwa darum gehen, kreislauffähige Material-Innovationen zu präsentieren oder IT-basierte Lösungen für das Teilen von Textilien zu entwickeln. Auch neue Methoden in der Textil-Logistik, etwa mit Pfandsystem, digitaler Kennzeichnung oder „smarten“ Sammelbehältern, könnten erarbeitet werden.