Northeimer Forstleute hegen deutschlandweit einmalige Pflanze

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Northeimer Forstleute hegen deutschlandweit einmalige Pflanze
Northeim, Göttingen (epd).

Forstleute und Naturschützer wollen im Landkreis Northeim eine äußerst seltene Pflanze erhalten. Der Bergsteppenfenchel hat auf einem Kalkmagerrasen auf dem Höhenzug Weper sein letztes natürliches Vorkommen in Deutschland, teilten die Niedersächsischen Landesforsten am Montag mit. Damit die Art nicht ausstirbt, haben die Forsten gemeinsam mit dem Experimentellen Botanischen Garten Göttingen und dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz ein Schutzprojekt entwickelt.

„Insgesamt haben wir dieses Jahr 560 Pflanzen des Bergsteppenfenchels angezogen und ausgebracht“, sagte der Leiter des Botanischen Gartens, Lars Köhler. Die Setzlinge stammen aus dem Saatgut der vorhandenen Pflanzen auf der Weper. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Experten das Vorkommen auf diese Weise vermehrt. Der „Anwuchserfolg“ mit mehr als 80 Prozent könne sich sehen lassen, betonte Köhler.

Die Weper gilt den Landesforsten zufolge als „Kleinod des Naturschutzes in Südniedersachsen“. Als Kalktrockenrasen beherbergten vor allem die unbewaldeten Steilhänge einen äußerst großen Artenreichtum an Pflanzen und Insekten. Um das Zuwachsen der Flächen zu verhindern, weiden dort jedes Jahr Ziegen. Neben der Beweidung wird die Weper jedes Jahr auch per Hand gepflegt. Nur so könnten die wertvollen Schmetterlinge und Pflanzenarten wie der Bergsteppenfenchel erhalten bleiben, hieß es.