Nabu zählt so viele nistende Weißstörche wie nie

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In Niedersachsen und Bremen haben in diesem Jahr so viele Storchenpaare wie nie zuvor genistet. (Foto vom 11.03.2017).
Hannover (epd)

In Niedersachsen und Bremen haben in diesem Jahr so viele Storchenpaare wie nie zuvor genistet. Die Storchenbetreuer des Naturschutzbundes Nabu zählten im beiden Bundesländern 1.306 niedergelassene Weißstorchpaare, wie der Nabu am Mittwoch in Hannover mitteilte. Darunter seien auch zahlreiche Paare gewesen, die sich neu angesiedelt hätten. Die Storchenpaare brachten den Angaben zufolge 2.291 Jungstörche zum Ausfliegen. Noch nicht mitgezählt seien dabei die annähernd 230 fütterungsabhängigen Paare in Zoos und Vogelpflege-Stationen mitsamt ihrem Nachwuchs.

Der Storchenexperte Hans-Jürgen Behrmann sagte, mit diesem Werten sei das Ergebnis aus dem Jahr 2019 (1.133 Paare) um 15 Prozent übertroffen worden. "Dies ist der höchste Storchenbestand in Niedersachsen seit über 60 Jahren." Bei den Jungen seien zwar sieben Prozent weniger als im bisherigen Rekordjahr 2019 registriert worden, als der Nabu 2.463 flügge gewordene Jungtiere zählte. Dies sei aber immer noch die zweithöchste Anzahl in den vergangenen sechs Jahrzehnten. Somit halte die positive Bestandsentwicklung an. Niedersachsen zählt nun mit Baden-Württemberg zu den beiden Bundesländern mit den meisten Storchenpaaren.

Die Hauptursache für den Zuwachs ist den Nabu-Experten zufolge das veränderte Zugverhalten der Störche, die in Richtung Westen zu ihren Winterquartieren fliegen. Immer mehr von ihnen blieben bereits in Spanien, wo sie genügend Nahrung in Feuchtbiotopen, auf Reisfeldern und vor allem auf Mülldeponien fänden. Außerdem überwinterten immer mehr Störche bereits in Deutschland, insbesondere im süddeutschen Raum. Diese Störche kehrten dann früher, in größerer Anzahl und in meist guter Verfassung zurück. Ein wesentlicher Faktor sei, dass nun die geburtenstarken Jahrgänge der letzten Jahre brutreif würden.

Für ein Rekordergebnis beim Storchennachwuchs habe im Vorjahr vor allem die große Population an Feldmäusen beigetragen, erläuterte Behrmann. Im laufenden Jahr sorgte die lange Trockenheit dafür, dass viele Paare nur ein Junges großziehen konnten. Weil es so trocken war, fanden sie weniger Regenwürmer für ihren Nachwuchs. Insgesamt jedoch sei 2020 für die Weißstörche im Nordwesten ein gutes Jahr, bilanzierte der Experte: "Die Aussichten sind günstig, dass die Storchenpopulation in den nächsten Jahren weiter ansteigt." (4163/14.10.20)