Forscher: Weniger Reifenabrieb durch optimierte Achssysteme

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Forscher: Weniger Reifenabrieb durch optimierte Achssysteme
Osnabrück, Paderborn (epd).

Der Reifenabrieb im Straßenverkehr verursacht mehr Feinstaub als die Autoabgase und verunreinigt die Meere. Wissenschaftler der Universität Paderborn haben nun herausgefunden, dass schon kleine Veränderungen an den Achsen der Autos den Abrieb der Reifen um die Hälfte verringern können, teilte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt am Dienstag in Osnabrück mit. Sie fördert das Projekt mit 125.000 Euro. „Die Automobilbranche muss sich auch bei diesem Thema konsequent in Richtung Nachhaltigkeit bewegen“, forderte Generalsekretär Alexander Bonde. „Umweltaspekte müssen künftig eine Hauptrolle spielen.“

Bei der Verbesserung eines Fahrwerks stellten die Automobil-Hersteller bisher vor allem hohe Anforderungen an Fahrdynamik, Fahrkomfort und Sicherheit, erläuterte Projektleiter Walter Sextro, Professor für Dynamik und Mechatronik an der Universität Paderborn. „Die Reduktion von Reifenabrieb stellt in der Fahrwerksauslegung in der Regel kein Hauptkriterium dar.“ Das müsse sich jedoch ändern, forderte der Experte: „Denn bei elektrisch angetriebenen Fahrzeugen kommt es durch die schweren Akkus zu noch mehr Reifenabrieb.“

Die Menge des Reifenabriebs hängt nach den Worten Sextros unter anderem vom Zusammenspiel zwischen Fahrwerk, Reifen und Fahrbahn ab. Darauf habe die Auslegung der Achssysteme einen großen Einfluss. Die Untersuchungen der Paderborner Forscher basierten auf einem Reifen und einer Hinterachse eines Serienfahrzeugs der Mittelklasse. Durch geringe geometrische Veränderungen des Achssystems habe sich bei einer Geschwindigkeit von 100 Stundenkilometern der Abrieb um rund die Hälfte verringert. Künftig sollen auch die Vorderachse und andere Fahrzeugaufbauten in die Simulationen einbezogen werden.