Bremen will mehr gegen die Einsamkeit Älterer tun

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Bremen will mehr gegen die Einsamkeit Älterer tun
Bremen (epd).

Bremen will mehr gegen die Einsamkeit und Isolation älterer Menschen in den Wohnquartieren tun. So sollen die Einrichtung von Mittagstischen und Fahrdiensten gefördert werden, wie die Sozialbehörde mitteilte. Einem entsprechenden Beschluss hat die Bürgerschafts-Deputation für Soziales, Jugend und Integration auf Vorschlag von Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) am Donnerstag zugestimmt.

Das Geld kommt aus dem Förderprogramm „Lebendige Quartiere“: Jährlich 100.000 Euro sind zunächst in diesem und im nächsten Jahr für die Mittagstische bestimmt, je 50.000 Euro fließen in Fahrdienste für die letzten Meter von Bushaltestellen zu den Angeboten der offenen Altenhilfe. Außerdem will die Senatorin mit jeweils 25.000 Euro mehr Geld für ehrenamtliche Arbeit in der offenen Altenhilfe zur Verfügung stellen.

„Wir beobachten eine stetig steigende Altersarmut“, sagte Sozialstaatsrat Jan Fries in der Deputation. „Armut, besonders im Alter, ist oft mit Stigmatisierung verbunden und führt zu sozialem Rückzug, zu Ausgrenzung, Isolation und Einsamkeit.“ Daher seien immer mehr Menschen auf günstige Angebote in ihrem Lebensumfeld angewiesen. Gerade in der Pandemie hätten viele ältere Menschen ihre Außenkontakte verloren.

Derzeit leben nach Angaben des Statistischen Landesamts rund 145.000 Menschen über 65 Jahren im Bundesland Bremen. Das sind 21,2 Prozent, davon ist jeder Dritte älter als 80. Nach aktuellen Prognosen werden im Jahr 2030 rund 25 Prozent aller Bremerinnen und Bremer über 65 Jahre alt sein.