"Mein Name ist Hase" - Schau geht Redewendungen auf den Grund

Bremen (epd)

Es wird eine Schau zum "Bauklötze staunen" und Gästen soll "ein Licht aufgehen". Unter dem Titel "Mein Name ist Hase" widmet sich das Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte "Focke-Museum" der Herkunft von Sprichwörtern. Schätzungsweise 100 davon verwendet jeder Deutsche täglich, teilte das Museum am Donnerstag mit. Die historischen Hintergründe von rund 150 Redewendungen erläutert die Ausstellung bis Juni 2020.

Idee und Konzept stammen von dem Germanisten und Sprichwort-Experten Rolf-Bernhard Essig. Er kuratierte die Schau unter anderem bereits in Hamburg und Nürnberg. Bedienen konnte er sich bei der Vorbereitung aus einem reichen Fundus. Essig zufolge verfügt die deutsche Sprache über rund 300.000 Sprichworte und Redensarten.

Typisch norddeutsch wird es etwa, wenn jemand ins "Fettnäpfchen" tritt, was darauf zurückgeht, dass jemand in einer Holsteiner Kate in das Fett unter dem abgehängten Schinken trat. Wer "Butter bei die Fische" gibt, verwendet wertvolle Butter anstelle von minderwertigem Fett. Und ein weit gereister Seemann war und ist "mit allen Wassern gewaschen". Dass sich Redewendungen häufig auf heutzutage nur noch wenig populäre Alltagsgegenstände beziehen, verdeutlichen historische Objekte wie Stegreif, Kandare, Haspel, Flegel oder Notnagel.

Manche Wendung hat auch ihren Sinn verändert. Wer früher beim Schützenfest immer daneben schoss, erhielt als Spottpreis ein Schwein. Erst später sollen die Ehefrauen erkannt haben, wie wertvoll es ist, wenn ihre Männer "Schwein haben". In anderen Gegenden wurde ein Bock vergeben: Dann hatte jemand "einen Bock geschossen".

Biblisch wird es in der Schau, wenn Menschen "die Haare zu Berge stehen", die Redewendung stammt aus dem Buch Hiob, sie ihre "Hände in Unschuld waschen" (Psalm 26) oder "ein Herz und eine Seele" sind (Apostelgeschichte). Und nicht zuletzt findet sich in der Heiligen Schrift ein "Mann wie er im Buche steht".

Das Motto der Ausstellung geht im Übrigen auf den Heidelberger Studenten Viktor Hase zurück. Bei einer Befragung vor Gericht 1854 verpfiff er einen Mitstudenten nicht, sondern sagte nur: "Mein Name ist Hase, ich verneine die Generalfrage. Ich weiß von nichts." In der Kurzform wurde seine mutige Antwort schnell deutschlandweit bekannt. (7181/07.11.19)