Friedenspreis für deutsch-syrische Kulturwissenschaftlerin

Bremen (epd)

Die deutsch-syrische Kulturwissenschaftlerin Jasmina Heritani (36) bekommt an diesem Sonnabend (16. März) den mit 5.000 Euro dotierten Kultur- und Friedenspreis der Bremer Villa Ichon. Mit der Auszeichnung werde sie im Rathaus für ihr umfangreiches integratives Engagement in der Hansestadt geehrt, teilte die Jury mit. Seit 2013 ist die Kulturschaffende und Wirtschaftsarabistin Mitglied im Bremer Rat für Integration.

Als Vorsitzende des örtlichen Syrischen Exil-Kulturvereins hat sie in Bremen das erste syrisch-deutsche Kulturfestival "Funun" (arabisch für "Künste") ins Leben gerufen, das dieses Jahr bereits in die vierte Runde geht. Es wird den Planungen zufolge am 19. August eröffnet. In diesem Rahmen arbeitet sie mit geflüchteten arabischen Künstlern, Schriftstellern und Intellektuellen zusammen.

Ziel der Zusammenarbeit sei es, Exil-Künstler mit Bremer Künstlern zu vernetzen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeiten zu präsentieren, hieß es. Überdies leitet Heritani ein Projekt, das Frauen eine kostenlose mehrsprachige Beratung ermöglicht.

Heritani lebt seit fast 20 Jahren in Bremen. Sie wurde 1982 als Tochter einer deutschen Mutter und eines syrischen Vaters geboren. Nach Aufenthalten in Alexandria, Aleppo und Bremen promoviert sie derzeit an der Universität Göttingen über Interkulturalität und Mehrsprachigkeit.

Im vergangenen Jahr bekam der Schauspieler, Kabarettist und Regisseur Pago Balke die Auszeichnung. Der Kultur- und Friedenspreis wird seit 1983 jährlich von den Freunden und Förderern der Villa Ichon verliehen. Er ist für Kulturschaffende aus der Hansestadt bestimmt, die sich engagiert für den Frieden einsetzen.