Bremer Ausstellung zeigt Colanis Liebe zum Jugendstil

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Bremer Ausstellung zeigt Colanis Liebe zum Jugendstil
Bremen (epd).

Kunst und Design in einer gemeinsamen Ausstellung: Das ist der rote Faden einer Schau, die das Bremer Paula Modersohn-Becker Museum vom 13. Februar an zeigen will. Hauptdarsteller des Projektes ist der ebenso prominente wie provokative deutsche Designer Luigi Colani (1928-2019). Unter dem Titel „Luigi Colani und der Jugendstil“ stehen bis zum 19. Juni Colanis Arbeiten Objekte des exzentrisch-floralen Jugendstils gegenüber, wie das Museum am Dienstag mitteilte.

Colani und der Jugendstil seien mehrfach verbunden, erklärte Museumssprecherin Claudia Klocke. „Nicht nur, dass sowohl Hauptvertreter des Jugendstils wie Hector Guimard oder Henry van Velde als auch Luigi Colani die Grenzen zwischen Kunst und Design auflösten.“ Auch das übergeordnete Ziel hinter den geschwungenen Formen erlaube es, eine klare Linie vom Jugendstil um 1900 zu Colani in den 1970er Jahren zu ziehen. Dabei gehe es um die Überzeugung, dass die Antwort der Gestaltung auf den technischen und industriellen Fortschritt nur in der Natur liegen könne.

Ausstellung und Katalog wurden vom Berliner Bröhan-Museum konzipiert. In Bremen wird die Schau um sammlungseigene Jugendstil-Objekte des Bildhauers und Architekten Bernhard Hoetger (1874-1949) ergänzt. So soll die verwandte Formensprache von Colani und dem Jugendstil augenfällig dokumentiert werden.

Genauso wie Colani konzentrierte sich Hoetger nicht auf ein Gestaltungsfeld: Beide studierten Bildhauerei, beide waren Designer und beide waren vom Jugendstil begeistert. „Während Hoetger zur Blütezeit des Jugendstils um 1900 in Paris selbst Skulpturen im Jugendstil erschuf und auch Elemente des Jugendstils in seinen Möbeln integrierte, forderte Colani 1971 die Renaissance des Jugendstils“, erläuterte Klocke.

Überraschend seien die fortschrittlichen Zukunftsvisionen Colanis. So habe er schon 1970 ein elektronisch angetriebenes Kleinstadtauto entworfen, habe 1971 in einem Manifest den Tod des klassischen Automobils prophezeit und sich auf die Natur als seine oberste Inspirationsquelle berufen: „Aspekte wie Energieeffizienz, Aerodynamik und Benutzerfreundlichkeit standen für ihn immer im Fokus seines selbst betitelten 'Biodesigns' und machen ihn und seine Auffassung von Design aktueller denn je.“