Kulturkirche zeigt historisches Altargemälde

Hannover (epd)

Die Markuskirche in Hannover hat am Sonntag die Ausstellung "Passagen - Übergänge des Lebens" eröffnet. Sie zeigt ein frisch restauriertes historisches Altargemälde von Oscar Wichtendahl (1860-1933) und zwei zeitgenössische Video-Arbeiten des US-amerikanischen Künstlers Bill Viola (68), wie Kuratorin Anne Kehrbaum mitteilte. Das Bild, das die Auferstehung Christi zeigt, war mehr als 50 Jahre lang nicht mehr in der heutigen Kulturkirche zu sehen. Es werde den Arbeiten Violas, einem weltweit führenden Vertreter der Videokunst, gegenübergestellt. Die Schau ist bis zum 21. April zu sehen.

Oskar Wichtendahl hatte das Bild 1906 für die Markuskirche gemalt. Es wurde laut Kehrbaum in den 1960er Jahren mitsamt einem rund sieben Meter hohen Holzaltar im Zuge einer "Purifizierung" aus der Kirchen entfernt, weil es an den Geist des Wilhelminismus erinnerte. Die im neoromanischen Stil errichtete Kirche war 1906 eingeweiht und von Kaiser Wilhelm II. gefördert worden. In den vergangenen Wochen wurde das bislang unbeachtete Gemälde von einem Restaurator gesäubert und behutsam ausgebessert.

Um es für einen begrenzten Zeitraum angemessen präsentieren zu können, haben Studierende der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim den Originalaltar rekonstruiert. "Dafür haben sie Holzteile aus dem Keller und aus dem Turm zusammengesammelt", erläuterte Kehrbaum. Einige Teile mussten ersetzt werden.

Dazu läuft direkt neben dem Altar Bill Violas Video "Study for Emergence" aus dem Jahr 2002, das ebenfalls eine Auferstehungsszene zeigt. Der Künstler bezieht sich dabei auf ein Renaissance-Fresko des italienischen Malers Masolino da Panicale (1383-1447) aus Florenz. Zudem wird in der Kapelle der Markuskirche im Stundentakt Violas Arbeit "The Passing" gezeigt, in der er 1991 den Tod seiner Mutter verarbeitete. Die Kapelle wird dafür in ein Kino umgebaut. Die Markuskirche ist eine von vier Kulturkirchen der hannoverschen Landeskirche.