Fünf Prozent der Niedersachsen Opfer von Hasskriminalität

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Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, am 10.01.2019, bei einem Gespraech mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) in seinem Buero in Berlin.
Hannover (epd)

In Niedersachsen waren einer Erhebung zufolge im Jahr 2016 rund fünf Prozent der Bürger Opfer von sogenannter Hasskriminalität. Die Zahl entspreche in etwa den Ergebnissen anderer europäischer Forschungsvorhaben, teilte das niedersächsische Landeskriminalamt (LKA) am Donnerstag mit. Mitarbeiter der Kriminologischen Forschungsstelle des LKA hatten im vergangenen Jahr 18.070 Einwohner des Bundeslandes befragt.

Als "tatbegründende Merkmale" nannten jeweils rund 15 Prozent der Betroffenen ihren sozialen Status, ihr Geschlecht oder ihre geschlechtliche Identität sowie ihre finanzielle Situation. Aussehen und Alter führten jeweils rund zwölf Prozent der Opfer als Begründung von Hasskriminalität an. Die Hautfarbe spielte dagegen nur bei 3,1 Prozent der Betroffenen eine Rolle.

Hasskriminalität oder vorurteilsmotivierte Kriminalität richtet sich der LKA-Definition zufolge gezielt gegen Personen aufgrund deren sozialer Gruppenzugehörigkeit. Sie orientiert sich an identitätsstiftenden Merkmalen wie zum Beispiel Hautfarbe, Glaube oder sexuelle Orientierung.

Die Täter seien dabei durch Vorurteile gegenüber bestimmten Merkmalen motiviert, die die gesamte Gruppe des Opfers beträfen und die das Opfer selbst nicht beeinflussen könne. "Deshalb erleben Betroffene diese Form der Kriminalität als sehr belastend", sagte LKA-Präsident Friedo de Vries. Die Taten könnten von Beleidigungen und Bedrohungen im oder außerhalb des Internet über Rufschädigung bis hin zu Raub und Brandanschlägen auf das Haus oder die Wohnung des Opfers reichen.