Carsten Sieling mahnt zum Kampf gegen Antisemitismus

Bremen (epd)

Zur Eröffnung der "Woche der Brüderlichkeit" am Montag in Bremen hat Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) zum Kampf gegen den wachsenden Antisemitismus in Deutschland aufgerufen. "Nichts davon dürfen wir in Deutschland, dürfen wir in Bremen hinnehmen", mahnte Sieling laut Redemanuskript und fügte hinzu: "Keinen alten und keinen neuen Antisemitismus, keinen verdeckten und keinen offenen, keinen von rechts und keinen von links, keinen eingewanderten und keinen aus der Mitte der Gesellschaft."

Das Motto der diesjährigen bundesweiten Woche der Brüderlichkeit lautet "Mensch, wo bist du? - Gemeinsam gegen Judenfeindlichkeit". Der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit veranstaltet die Woche seit 1952, jeweils im März. Wie in Bremen gibt es in vielen deutschen Städten und Kommunen Veranstaltungen zum Jahresthema. Im Verlauf des Bremer Festaktes wollte sich auch Benediktinerpater Nikodemus Schnabel äußern. Der katholische Theologe ist Mönch der Jerusalemer Dormitio-Abtei.

Zur bundesweiten Eröffnung am Sonntag in Nürnberg wurde traditionell die Buber-Rosenzweig-Medaille verliehen. Sie ging in diesem Jahr an die Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (Kiga) aus Berlin und das Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC). Mit der undotierten Auszeichnung ehrt der Koordinierungsrat seit 1968 Menschen, Institutionen oder Initiativen, die sich für die Verständigung zwischen Christen und Juden einsetzen. Die Medaille erinnert an die jüdischen Philosophen Martin Buber (1878-1965) und Franz Rosenzweig (1886-1929).