Zoll beschlagnahmte 119.000 geschützte Arten bei verbotener Einfuhr

Frankfurt a.M. (epd).

Der Zoll hat im vergangenen Jahr bundesweit rund 119.000 artengeschützte lebende und tote Tiere und Pflanzen sowie Erzeugnisse aus diesen beschlagnahmt. Rund 5.600 Tierarten und 30.000 Pflanzenarten, die vom Aussterben bedroht sind, unterliegen einem Einfuhrverbot, wie das Hauptzollamt Frankfurt am Main am 21. Mai zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt (22. Mai) mitteilte.

Der Frankfurter Flughafen als internationale Drehscheibe spielt nach Angaben des Zolls bei dem illegalen Handel eine besondere Rolle. Allein dort seien bei 753 Sicherstellungen rund 72.000 artengeschützte Exemplare beschlagnahmt worden. Darunter seien 1.269 lebende Tiere sowie 4.029 lebende Pflanzen gewesen. „Der Elefantenfuß als Hocker oder die Schnitzereien aus Elfenbein werden immer noch als Statussymbol betrachtet. Das grausame Geschäft, das dahintersteckt, wird oft gedanklich verdrängt. Da hilft nur ein Umdenken bei jedem Einzelnen“, sagte die Hauptzollamt-Sprecherin Christine Straß.

Darüber hinaus wurden durch den Zoll am Frankfurter Flughafen 67.000 Erzeugnisse aus artengeschützten Tieren und Pflanzen beschlagnahmt, meistens im Internet bestellt und per Post geliefert. Dies seien häufig Kosmetikprodukte, darunter fast 24.000 Kakteen sowie Tabletten und Gesichtswasser aus deren Extrakt. Darüber hinaus wurden auch fast 18.000 Tabletten aus dem Extrakt des Afrikanischen Pflaumenbaums beschlagnahmt, sowie 1.300 Tabletten, die Bestandteile der Kanadischen Orangenwurzel enthielten.

Verstöße gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen können nach Angaben des Zolls mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro oder sogar Freiheitsstrafen geahndet werden.

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