Waldbesitzer, Jäger und Bauern machen Front gegen "Grünes Band"
Wiesbaden (epd).

Die Pläne der hessischen Landesregierung für ein sogenanntes „Grünes Band“ an der ehemaligen DDR-Grenze stoßen bei Waldbesitzern, Jägern und Bauern auf erheblichen Widerstand. In einer gemeinsamen Pressekonferenz wehrten sich ihre Verbände am 9. Januar in Wiesbaden vor allem gegen die damit verbundenen Naturschutzauflagen.

Der von Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) vorgelegte Gesetzentwurf beinhalte konkrete Verbotsnormen, die eindeutig in die Eigentumsfreiheit eingriffen, beklagte der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbands, Carl Anton Prinz zu Waldeck. „Es kann nicht sein, dass der strukturschwache ländliche Raum hier zum Erfüllungsgehilfen ideologischer Träume wird“, fügte er hinzu. Noch nie habe eine demokratisch gewählte Landesregierung in Hessen in so großem Umfang mit naturschutzrechtlichen Mitteln auf privates Grundeigentum zugegriffen. Die Ausweisung von 8.250 Hektar Wald und landwirtschaftlicher Fläche per Gesetz als Nationales Naturmonument „Grünes Band Hessen“ sei maßlos und naturschutzfachlich nicht zu begründen.

Carsten Schmahl vom Hessischen Bauernverband kritisierte, in Hessen sei das „Grüne Band“ mit seinen auch landwirtschaftlichen Beschränkungen bis zu 500 Meter breit, in Thüringen hingegen nur 50 Meter. Ein Widerspruch sei auch, dass zur Biotopverbesserung die land- und forstwirtschaftliche Nutzung eingeschränkt, gleichzeitig aber in allen Schutzzonen der Tourismus gefördert werden solle. Außerdem stelle das Gesetz auf „Verordnungsnaturschutz“ ab und nicht auf Freiwilligkeit.

Markus Stifter vom Landesjagdverband begrüßte den angedachten Schutz der Flora und Fauna auf dem ehemaligen Grenzstreifen, lehnte aber die im Gesetzentwurf vorgesehenen Einschränkungen der Jagdmöglichkeiten insgesamt ab. Das gelte insbesondere für das Verbot des Einsatzes von Jagdhunden und die Genehmigungspflicht für den Neubau ortsfester Hochsitze.

Gegen den Gesetzentwurf der Landesregierung wehren sich die Verbände gemeinsam mit einer Kampagne unter dem Motto „Grünes Band Hessen? Ja! Aber so nicht!“. Die Landtagsabgeordnete Vanessa Gronemann von den Grünen erklärte, Anregungen dieser und anderer Verbände aus einer Anhörung würden in einen ausführlichen Änderungsantrag zu dem Gesetzentwurf einfließen, um das Vorhaben konsensfähig zu machen.