Nabu: Misteln gefährden Streuobstbäume

Wetzlar (epd)

Das Küssen unter einem Mistelzweig gehört zu den Weihnachtsbräuchen - diese Pärchen sollen der Legende nach ein Leben lang zusammen bleiben. Doch Misteln sind vielerorts zum Problem geworden, wie der Naturschutzbund Nabu Hessen warnt. "In manchen Gegenden des Landes ist kaum ein Streuobstbaum mistelfrei", sagte der Nabu-Landesvorsitzende Gerhard Eppler am 14. Dezember in Wetzlar.

Als sogenannte Halbschmarotzer entzögen Misteln ihrem Wirtsbaum Wasser und Nährstoffe. Das könne in Kombination mit den heißen, trockenen Sommern fatale Folgen haben. Die Klimaerwärmung begünstige zudem die Ausbreitung der Mistel. Besonders von der Mistelplage betroffen seien Apfelbäume, Eberesche, Pappel, Weide, Weißdorn oder Birke.

Der Nabu rät Gartenbesitzern daher, "nicht zimperlich" mit den Pflanzen umzugehen. "In vielen Gegenden hält sich das hartnäckige Gerücht, Misteln stünden unter besonderem Schutz - das ist falsch", erklärte Eppler. Misteln dürften auf dem eigenen Grundstück noch den ganzen Winter über an frostfreien Tagen geschnitten werden, "und sollten es auch". So bleibe die Vitalität der Bäume erhalten.

Umgang mit Misteln: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/streuobst/pflege/21681.html

Monitoring der Misteln: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/naturgucker/23814.html