Forscher untersuchen Einfluss von Mikroplastik auf Korallen

Gießen (epd)

Forscher aus Gießen und dem australischen Townsville haben erstmals den Einfluss von Mikroplastik auf Korallen untersucht. Das sei noch weitgehend unbekannt, teilte die Universität Gießen am 16. September mit. Die Wissenschaftler setzten die Tiere in einem Langzeitversuch im Labor Mikroplastikpartikeln aus.

Dabei zeigten sich laut Universität große Unterschiede: Bei manchen Arten löste Mikroplastik verringerte Wachstumsraten aus. Auch verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand, was sich etwa durch Korallenbleiche oder das Absterben von Zellen zeigte. Andere Arten blieben hingegen überwiegend unbeeinträchtigt.

"Bemerkenswerterweise waren gerade jene Arten von Mikroplastik beeinträchtigt, die ebenfalls besonders sensibel auf andere Stressoren wie steigende Temperaturen reagieren", sagte die Erstautorin der Studie, Jessica Reichert. "Dies kann mögliche Konsequenzen für die zukünftige Zusammensetzung der Korallengemeinschaften im Riff haben. Unter steigenden Mikroplastikkonzentrationen im Meer werden die ohnehin schon gestressten Korallen möglicherweise noch stärker beeinträchtigt."