Experten wollen Forschung zu Ultrafeinstaub voranbringen

Frankfurt a.M. (epd)

Ultrafeinstaub kommt immer mehr in den Blick des Umweltschutzes: Rund 200 Wissenschaftler und Vertreter von Ministerien, Behörden, Fluglärmkommissionen und Bürgerinitiativen tragen am Donnerstag und Freitag in Frankfurt am Main das Wissen darüber zusammen. Die winzigen Partikel, die im Durchmesser kleiner als 100 Nanometer sind (ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von 80.000 Nanometer), verhielten sich wie Gase, sagte der Präsident des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie, Thomas Schmid, vor Beginn der Expertenanhörung am Donnerstag an der Goethe-Universität.

Die winzigen Teilchen dringen nach den Worten von Schmid tief in die Lunge ein und können über die Lungenbläschen in die Blutbahn übergehen. Daher sei eine gesundheitsschädliche Wirkung anzunehmen, sie sei nur noch nicht erforscht. Neben den natürlichen Ursachen wie Waldbrände und Vulkanausbrüche stamme der Ultrafeinstaub vor allem aus Verbrennungsprozessen beim Verkehr, Kraftwerken, Heizungen und Industrie. Darüber hinaus bilde sich Ultrafeinstaub in der Atmosphäre durch chemische Reaktionen etwa der Abgase Stickoxid, Schwefeldioxid und dem aus der Landwirtschaft stammenden Ammoniak.

Eine große Quelle für Ultrafeinstaub sei der Frankfurter Flughafen, sagte Schmid. Die Emissionen der Autobahn A3 daneben seien vergleichsweise gering. Je nach Betrieb des Flughafens und Windrichtung gebe es große Schwankungen bei den Messungen. So würden in der Umgebung des Flughafens in der Zeit des Nachtflugverbots zwischen 23 und 5 Uhr kaum Emissionen gemessen. Beim Flugbetrieb seien vor allem die Korridore betroffen, in denen die Flugzeuge flach anfliegen. Je nach Windrichtung seien dies nordöstlich des Flughafens Frankfurt und Offenbach beziehungsweise die Orte südwestlich des Flughafens wie Raunheim.

Erst am vergangenen Dienstag hatten der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir und Umweltministerin Priska Hinz (beide Grüne) bestätigt, dass der Frankfurter Flughafen eine wesentliche Quelle für Ultrafeinstaub ist. Die Messungen hätten nicht nur den Bodenbetrieb, sondern auch die Landeanflüge als Ursache identifiziert. Veranstalter der Expertenanhörung sind das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie, das Forum Flughafen und Region und die Arbeitsgemeinschaft deutscher Fluglärmkommissionen.