Anstieg von starkem Treibhausgas gemessen

Frankfurt a.M. (epd)

Indien und China, die als Hauptverursacher des Treibhausgases Fluoroform (HFC-23) gelten, hatten 2015 angekündigt, den Ausstoß bis 2017 um 90 Prozent zu drosseln. Tatsächlich hätten Atmosphärenforscher der Universität Bristol aber im Jahr 2018 Rekordwerte gemessen, teilte der Leitautor der Studie, Kieran Stanley, am 24. Januar in Frankfurt am Main mit.

Die in der aktuellen Ausgabe von "Nature Communications" veröffentlichten Messergebnisse legten nahe, dass es China nicht gelungen sei, HFC-23 in dem angegebenen Maß zu reduzieren, sagte Stanley, der seit einem halben Jahr am Institut für Atmosphäre und Umwelt der Frankfurter Goethe-Universität arbeitet. Ob es Indien gelungen sei, seine Emissionen zu reduzieren, müssten weitere Messungen zeigen.

In den vergangenen beiden Jahrzehnten hätten Wissenschaftler die Konzentration des HFC-23, das zu den Fluorkohlenwasserstoffen (FKW) gehört, streng überwacht, erläuterte der Frankfurter Atmosphärenforscher Andreas Engel. "Es ist ein sehr starkes Treibhausgas: Die Emission einer Tonne dieser Substanz richtet ebenso viel Schaden an wie die Emission von 12.000 Tonnen CO2." Fluoroform entstehe hauptsächlich als ungewolltes Nebenprodukt bei der Herstellung des Kühlmittels Chlordifluormethan (HCFC-22).

Die Reduktion von Fluorkohlenwasserstoffen ist Teil des sogenannten Kigali-Abkommens, das 2016 in der Hauptstadt Ruandas geschlossen wurde. Es trat Anfang dieses Jahres in Kraft.

Internet: https://www.nature.com/articles/s41467-019-13899-4