Wohnungslosen-Modellprojekt in Koblenz, Landau und im Westerwaldkreis
Mainz (epd).

Die Städte Koblenz und Landau sowie der Westerwaldkreis sind vom rheinland-pfälzischen Sozialministerium als Modellkommunen für einen neuen Ansatz in der Wohnungslosen-Politik ausgewählt worden. Im Rahmen des Programms „Housing First“ sollen wohnungslose Menschen dort künftig von den Behörden weitgehend auflagenfrei eine Wohnung mit unbefristetem Mietvertrag erhalten, teilte Minister Alexander Schweitzer (SPD) am 10. Januar in Mainz mit. Das Konzept sieht vor, dass die Rückkehr wohnungsloser Menschen in ein geregeltes Leben mit dem Einzug in eine eigene Wohnung beginnt.

Erst danach werden Probleme wie Alkoholabhängigkeit oder die Vermittlung eines Arbeitsplatzes mit Hilfe von Sozialarbeitern angegangen. Die Teilnahme an Therapien oder Abstinenz stelle keine Bedingung für die Bereitstellung einer Wohnung und den Verbleib darin dar, erklärte Schweitzer.

Im Rahmen der bisher üblichen etablierten Hilfesysteme steht die Rückkehr in die eigenen vier Wände hingegen eher am Abschluss eines langen Verfahrens nach Stationen in Notunterkünften und betreuten Wohnumgebungen. Mit dem „Housing First“-Ansatz war es in den vergangenen Jahren in Finnland gelungen, das Problem der Wohnungslosigkeit nahezu vollständig zu überwinden.

In Rheinland-Pfalz ist pro Modellprojekt laut Ministerium die Aufnahme und Betreuung von mindestens acht Personen vorgesehen. Das Land fördert die drei Modellkommunen mit jeweils bis zu 114.000 Euro pro Jahr. Verantwortlich für die Umsetzung des „Housing First“-Programms sind in Koblenz der örtliche Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO), in Landau die Caritas und im Westerwald mehrere Verbandsgemeinden in Kooperation mit Caritas und Diakonie. Ab 2024 sollen drei weitere Kommunen den neuen Ansatz in der Wohnungslosenhilfe testen.

Pressemeldung zum Thema: http://u.epd.de/2ga3