Paritätischer: Hohe Armutsquote in Hessen und Rheinland-Pfalz
Berlin, Mainz, Frankfurt a.M. (epd).

In Hessen und Rheinland-Pfalz haben nach Berechnungen des Paritätischen Gesamtverbandes im Inflationsjahr 2022 über 1,8 Millionen Menschen in Armut gelebt. Wie aus dem am 26. März in Berlin vorgestellten aktuellen Armutsbericht des Verbandes hervorgeht, müssen in Rheinland-Pfalz 17,6 Prozent und in Hessen 17,8 Prozent der Einwohner zu den Armen gezählt werden. Damit bewegen sich beide Länder in etwa im Bundesdurchschnitt.

Im Vergleich zum Vorjahr nahm der Anteil armer Haushalte in Hessen ab, während sie in Rheinland-Pfalz anstieg. Den vorgelegten Zahlen nach leben deutlich mehr Menschen an oder unter der Armutsschwelle, als Bürgergeld oder vergleichbare Sozialleistungen beziehen. Dies ist nach Angaben des Paritätischen Ausdruck davon, dass auch viele Rentner oder Beschäftigte im Niedriglohnbereich von Armut betroffen sind. Beide Gruppen machen jeweils rund ein Drittel der Armen aus.

Auch innerhalb der Bundesländer gab es regionale Unterschiede. So waren den vorgelegten Zahlen zufolge in Nordhessen 19 Prozent der Menschen von Armut betroffen, in Osthessen aber nur 17,1 Prozent. In Rheinland-Pfalz schwankte die Armutsquote noch stärker zwischen 15,8 Prozent in der Region Trier und 20,6 Prozent in der Westpfalz.

Der Bericht „Armut in der Inflation“ basiert auf Daten des Statistischen Bundesamts für 2022. Methodisch wird der relative Armutsbegriff verwendet. Danach gilt ein Haushalt als arm, der über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt. Bei der Ableitung vom Medianeinkommen bleibt die Armutsschwelle so lange relativ gleich, wie das mittlere Einkommen nicht steigt. Dass die ohnehin einkommensarmen Haushalte 2022 infolge der Energiekrise bis zu 20 Prozent mehr für Lebensmittel und bis zu 30 Prozent mehr für Energie ausgeben mussten, wirkt sich somit nicht unmittelbar auf die Armutsquote aus.

Pressemitteilung und Bericht: www.der-paritaetische.de/armutsbericht