Neues "Café Nachtlicht" für Menschen in psychischen Krisen

Gießen (epd)

Hilfsangebote für Menschen in psychischen Krisen gibt es viele, doch am Wochenende entsteht oft eine Lücke. Ein neues Projekt, das Café Nachtlicht in Gießen, will das ändern. "Das Wochenende liegt oft als lange Strecke vor den Menschen", sagte Marco Auernigg vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Landkreises Gießen am 27. September bei der Vorstellung des Projekts. "Wir wollten etwas schaffen, was nicht nur für die Betroffenen attraktiv ist."

Angesiedelt ist das Café Nachtlicht beim Freiwilligenzentrum, das Räume zentral in der Stadtmitte hat. Das Café wird ab Ende November zunächst am Samstag von 18 bis 2 Uhr öffnen. Geplant seien Teams aus drei Freiwilligen, die als Ansprechpartner mit "Rat und Tat" im Café zur Verfügung stehen. Eine Psychotherapeutin bietet für die Ehrenamtlichen Schulungen an, um ihnen Sicherheit zu vermitteln.

Das Café soll laut Auernigg ein Ort werden, an dem man unter Leute kommt, spielt, redet, sich einfach nur aufhält oder einen Kaffee trinkt. Unterstützt wird das Projekt von einem Café-Betreiber und einer Bäckerei. Ziel sei es nicht, Menschen "von hier aus in weitere Hilfsangebote zu manövrieren", betonte Auernigg.

Die Idee stamme von einem ähnlichen Projekt in Wiesbaden. Er habe bewusst dessen Namen Café Nachtlicht übernommen: "Es wäre schön, wenn die Idee Schule macht." Er plane im Café auch Ausstellungen und kleine Mitmach-Aktionen. Weitere Freiwillige werden noch gesucht. Für das Projekt kooperieren das Gesundheitsamt des Landkreises Gießen und das Freiwilligenzentrum von Stadt und Landkreis.

Das Freiwilligenzentrum befindet sich in der Ludwigstraße 6 in Gießen.