Liga startet Kampagne zum Schutz sozial Schwacher in Krisenzeit
Wiesbaden (epd).

Mit einer gemeinsamen Kampagne wollen sich die hessischen Sozialverbände dafür einsetzen, den Zusammenhalt der Gesellschaft auch in Krisenzeiten zu sichern. Die Aktion mit dem Titel „Zusammen Hessen stärken“ wurde am 15. November in Wiesbaden von der Liga der Freien Wohlfahrtspflege vorgestellt und soll auch im kommenden Jahr mit mehreren Veranstaltungen im Land fortgesetzt werden. Die beteiligten Verbände haben auch eine Reihe politischer Forderungen mit dem Ziel gestellt, dass soziale Angebote für die Schwächeren der Gesellschaft im Zuge der Energiekrise nicht unter die Räder kommen.

Gerade in den Einrichtungen der Verbände wie Diakonie, Caritas, Rotes Kreuz und Arbeiterwohlfahrt kämen immer mehr Klienten mit Zukunfts- und Existenzängsten. „Die Krisen treffen die Schwächsten zuerst“, hieß es. „Wir wissen genau, mit welchen Maßnahmen und in welchen Bereichen nachgebessert werden muss, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt wiederherzustellen bzw. zu stärken“, sagte der Liga-Vorstandsvorsitzende und hessische Diakonie-Chef Carsten Tag laut Vorabmitteilung bei der Vorstellung der Kampagne. Bei einer Gesamteinwohnerzahl von 6,3 Millionen in Hessen betreffe Armut laut Mikrozensus 2020 insgesamt etwa 1,1 Millionen Menschen.

„Wir brauchen den von der Landesregierung angekündigten Härtefallfonds gegen Energiearmut und zielgenaue Hilfen für sozial benachteiligte Menschen, kein Gießkannen-Prinzip“, betonte die Liga. Das 49-Euro-Ticket des Bundes für den Nahverkehr könnten sich die Betroffenen nicht leisten. Gefordert wird daher ein ermäßigtes Sozialticket für 29 Euro für Bezieher von Hartz IV oder Wohngeld sowie Kinderzuschlagsberechtigte und Auszubildende. Weitere politische Forderungen betreffen vor allem gezielte Maßnahmen für bezahlbares Wohnen sowie eine Entlastung der Beschäftigten und bessere Ausbildung in der Pflege.

Als Beispiel für gelingenden Zusammenhalt vor Ort erläuterte Korinna Egger von der Teestube Jona im Frankfurter Bahnhofsviertel, wie dort nach dem Zurückfahren vieler Angebote in der Corona-Pandemie trotzdem Wege gefunden wurden, weiterhin für die Menschen da zu sein. „Wir sind mit unseren Angeboten wie Tagesaufenthalt, Fachberatung und ambulant betreutes Wohnen für alle da - gerade auch in Krisenzeiten wie diesen“, sagte sie.