Gemeinschaftsprojekt von Kirche und Diakonie erhält Anerkennung

Kassel (epd)

Das vor 15 Jahren gegründete Veranstaltungs- und Beratungszentrum "Mittelpunkt" im Kasseler Stadtteil Brückenhof wird in den kommenden zwei Jahren mit 28.500 Euro gefördert. Eine entsprechende Zusage machte am Donnerstag die Share-Value-Stiftung mit Sitz in Erfurt. "Das Konzept ist sehr gut, und es steht mit dem Diakonischen Werk Region Kassel ein solider Träger dahinter", äußerte sich Walter Weispfenning von der Stiftung anerkennend über das Projekt. Am "Mittelpunkt" sind zudem die Kirchengemeinde Kassel-Süd, die Diakoniestationen Kassel und die Wohnungsbaugesellschaft GWH beteiligt. Der Treffpunkt war seinerzeit laut Gerd Bechtel, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Region Kassel, eines der wenigen Projekte, wo Kirche und Diakonie gemeinsam auftraten.

Die Angebote des Treffpunkts inmitten der in den späten 1960er Jahren entstandenen Hochhaussiedlung mit hohem Migrantenanteil reichen von einer Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz, einem regelmäßigen Mittagstisch, Kaffeenachmittagen und Ausflügen bis zu Beratungsangeboten, erläuterte Bechtel. Mit den jetzt zugesagten Mitteln könne die Arbeit ausgeweitet werden, ergänzte Koordinator Rüdiger Metzger. Insbesondere viele ältere Menschen benötigten Beratung und Betreuung. Die Vereinsamung nehme zu, über 56 Prozent aller Haushalte in Kassel seien Singlehaushalte, sagte Bechtel.

Derzeit gebe es einen festen Stamm von 25 Menschen, die das Angebot in Anspruch nähmen, erläuterte Pfarrer Harald Götte. Bei besonderen Veranstaltungen kämen oft auch noch andere hinzu. Ziel sei es, den Menschen Struktur zu geben und Begegnungen zu ermöglichen. Die Arbeit des Treffpunkts, der bei der Gründung bundesweit einer der ersten dieser Art war, habe sich im Laufe der Jahre auch gewandelt. Seit Einführung der Ganztagsschulen sei etwa die Hausaufgabenhilfe weggebrochen, stattdessen träten nun ältere Menschen mehr in den Mittelpunkt.

Ein neu gegründeter Förderverein will außer zusätzlichen Mitteln von Spendern jetzt auch eine regelmäßige Förderung durch die Stadt beantragen. Eine Entscheidung der Stadt liege aber noch nicht vor.