Diakonie fordert Hitzehilfe für Obdachlose

Frankfurt a.M. (epd).

Angesichts der Hitzewelle fordert die Diakonie Hessen Hilfe für Wohnungslose. Diese könnten sich nicht in eine kühle Wohnung zurückziehen und hätten keinen ständigen Zugang zu Wasser, Schatten oder Sonnencreme, sagte der Abteilungsleiter Wohnungslosenhilfe, Stefan Gillich, am 19. Juli in Frankfurt am Main. Menschen auf der Straße litten oft unter Wassermangel, Kreislaufproblemen und Verbrennungen. Bürger und die Stadt sollten nach dem Vorbild der Kältehilfe im Winter im Sommer eine Hitzehilfe organisieren.

Viele Wohnungslose seien in der Sonne unterwegs, um etwa Flaschen zu sammeln, erklärte Gillich dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sie dürften sich nicht auf Dauer in Bahnhofshallen oder U-Bahn-Stationen aufhalten, sonst würden sie von dort vertrieben. Dabei hätten viele schon Vorerkrankungen, Suchtprobleme und Gebrechen. In der Hitze seien Kreislauf- und andere Gesundheitsprobleme zu befürchten.

Gillich forderte Bürger auf, Wasserflaschen an Obdachlose zu verschenken und bei Bedarf den Notruf anzurufen. Die Stadt solle öffentliche Trinkwasserstellen einrichten und öffentliche Räume wie Bahnhofshallen oder U-Bahn-Stationen zum Aufenthalt tagsüber anbieten. Tagesaufenthalte der Wohnungslosenhilfe würden bereits stärker besucht, manche Einrichtungen hätten Pavillons als Schattenspender aufgestellt.

„Der beste Schutz ist und bleibt allerdings eine eigene Wohnung“, ergänzte der Diakonie-Bereichsleiter Felix Blaser. Die Anstrengungen zur Schaffung von bezahlbaren Wohnungen auch für diese Personengruppe müssten erheblich intensiviert werden.

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