Christliche Ärzte mahnen Schutz der Schwachen an

Marburg (epd)

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Mediziner warnt in der Debatte um die Suizidbeihilfe vor einem unzureichenden Schutz der Schwachen. In einem Schreiben an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) haben die Ärzte einen Eckpunktekatalog vorgelegt, wie das SMD-Netzwerk von Christen in Schule, Hochschule und Beruf am 23. Juni in Marburg mitteilte.

Man sehe die "große Gefahr, dass insbesondere vulnerable Bevölkerungsgruppen, Minderheiten sowie Menschen mit körperlichen und seelischen Einschränkungen und Belastungen nicht ausreichend geschützt werden können", heißt es in der Stellungnahme. Das Bundesverfassungsgericht hatte im Februar das 2015 eingeführte Verbot der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe gekippt.

Der Arbeitskreis wies darauf hin, dass der Staat die Aufgabe habe, das Grundrecht auf Leben zu schützen. Sofern eine Aufrechterhaltung des vollständigen Verbots der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe nicht möglich sein sollte, forderte der Arbeitskreis mehrere Maßnahmen: Begutachtung und Begleitung eines Wunsches nach Suizidhilfe dürfe nur durch qualifiziertes Fachpersonal erfolgen. Entsprechende Fristen zur Sicherstellung der Dauerhaftigkeit und Festigkeit der Entscheidung seien einzuhalten. Palliativmedizinische, therapeutische und psychosoziale Angebote müssten gestärkt werden, um Suizidwilligen eine autonome Entscheidung zu ermöglichen. Eine Gewinnorientierung der beteiligten Personen und Organisationen müsse gesetzlich ausgeschlossen werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Mediziner (ACM) ist ein überkonfessioneller Zusammenschluss von rund 450 Ärzten und Medizinstudenten. Die ACM gehört zur 1949 als "Studentenmission in Deutschland" gegründeten SMD. Das SMD-Netzwerk ist Mitglied der Diakonie in der Evangelischen Kirche in Deutschland und arbeitet auf der Basis der theologisch konservativen Evangelischen Allianz.

Stellungnahme zur Sterbehilfe: http://u.epd.de/1jtx